UNHCR: Europa soll 380.000 Asylwerber pro Jahr aufnehmen

Der UNHCR (Hoher Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen) sieht Europa trotz der derzeitigen Migrationskrise als „wenig belastet“. Nun fordert er von der EU, 380.000 Asylwerber pro Jahr aufzunehmen, berichtet der Kurier.

„Nach unseren Schätzungen benötigen 380.000 Menschen den Schutz der Europäischen Union – das geht von Kindern bis zu alten Menschen, die keine Perspektive haben oder an schweren Krankheiten leiden“ so Ruth Schöffl vom UNHCR.
Die europäischen Kapazitäten sieht sie nicht als ausgelastet, im Vergleich gäbe es beispielsweise in Uganda rund eine Millionen Asylwerber. „Europa ist im Vergleich zu anderen Kontinenten sehr wenig belastet“, so Schöffl.

Überprüfung von Asylwerbern in Afrika

Nicht abgeneigt hingegen zeigt sich der UNHCR von den neuen Plänen der europäischen Regierung. Bei dem EU-Afrika Gipfel am Montag entschieden Vertreter aus Frankreich, Spanien, Italien und Deutschland, Asylwerber bereits in Afrika überprüfen zu lassen. „Wir haben eine humanitäre Verantwortung, diese illegalen Wege zu ordnen“, so die deutsche Kanzlerin Angela Merkel.
Der UNHCR sieht diese Idee deshalb positiv, da man davon ausgehe, „dass sich die Zahl der Resettlements erhöht“, also eine steigende Anzahl von Asylwerben, welche bereits in Afrika einen positiven Asylbescheid für einem EU-Staat bekommen.

EU verlangt freiwillige Aufnahmen von Migranten aus Afrika

Neben den Resettlement-Programmen kamen allerdings noch weiter Forderungen von der europäischen Regierung in Brüssel. In einem Brief an den deutschen Innenminister Thomas de Maiziere machte der Kommissar für Migrationspolitik Dimitris Avramopoulos klar, dass Deutschland und andere EU-Staaten neben Syrern auch Asylwerber, die sich derzeit in Ägypten, Libyen, Niger, Äthiopien und dem Sudan aufhalten, aufnehmen sollen. Hierfür sollen legale Einreisemöglichkeiten geschaffen werden. „Wir haben die rechtliche und die moralische Verpflichtung, denjenigen Schutz anzubieten, die ihn wirklich benötigen“, so Avramopoulos.