Rassisten müssen jetzt ganz stark sein: Eine Studie findet erste Anzeichen dafür, dass Online-Dating die Diversität einer Gesellschaft vertiefen könnte. Seit Einführung der Plattformen steigen gemischte Partnerschaften in den USA stärker an als statistisch erwartet.

Von: Markus Reuter

Eine neue Studie gibt erste Anhaltspunkte dafür, dass Online-Dating gesellschaftliche Diversitöt stärken könnte. (Symbolbild) CC-BY-NC 2.0 Saulo

Seit mehr als fünfzig Jahren haben Wissenschaftler untersucht, wie Menschen in Beziehungen kommen. Lange Zeit war die verbreiteste Variante das Kennenlernen über Freunde – sowohl für heterosexuelle als auch homosexuelle Paare. Weitere Varianten sind Nachbarschaft, gemeinsame Arbeit, Kennenlernen in Bars, der Kirche oder auch über familiäre Netzwerke. Online-Dating hat dies verändert.

Die Art und Weise, wie Paare zusammenkommen, ändert sich. All rights reserved Ortega, Hergovich

Ein Artikel in MIT Technology Review beschreibt eine Studie (PDF), die sich mit dem Zusammenkommen von Paaren beschäftigt. Im Artikel heißt es:

Heute sind Dating-Plattformen auf Platz zwei bei den heterosexuellen Paaren, bei homosexuellen Paaren ist es mit Abstand die verbreiteste Form des Kennenlernens.

Waren bei den klassischen Formen des Kennenlernens Verbindungen zwischen den zukünftigen Partnern nötig, entstehen durch das Online-Dating vollkommen neue Verbindungen.

Statistik „interracial marriage“ in den USA. Rot gestrichelt: Gründung von Match.com, grün OKCupid, lila Tinder. All rights reserved Ortega, Hergovich

Laut den Wissenschaftlern Josue Ortega von der University of Essex in Großbritannien und Philipp Hergovich von der Universität Wien könnte dies die Diversität in einer Gesellschaft dramatisch verändern. In ihrer Untersuchung konnten sie sowohl in Modellen als auch bei der Betrachtung demographischer Statistiken feststellen, dass das Aufkommen von Online-Dating mit der Vermischung von Ethnien (beispielsweise interracial marriage) korreliert.

Seit der Einführung der ersten Dating-Plattformen wie match.com im Jahr 1995 steigt die Zahl solcher Paare signifikant an. In den Jahren nach der Gründung von Tinder 2012 ist ein weiterer steiler Anstieg in den Statistiken zu sehen. Die Daten beweisen nicht, dass Dating-Plattformen der Grund für diese Stärkung der ethnischen Diversität sind, sondern untermauern nur die Hypothese der Wissenschaftler. Die verweisen zusätzlich darauf, dass die online zustandegekommenen Verbindungen und Ehen stabiler sind als die klassisch entstandenen Beziehungen.