Von: Florian Rötzer

Trump auf dem Values Voter Summit am 13. Oktober. Bild: Weißes Haus

Nach der Forbes-Liste der 400 reichsten Amerikaner mit einem geschätzten Gesamtvermögen von 2,7 Billionen US-Dollar ist Trump der größte Verlierer

Die Reichen müssen immer reicher werden, um noch von Forbes in der Reichsten-Liste gerankt zu werden. Schön für die Reichen, wenn sich ihr Vermögen quasi von selbst vermehrt, während die Armen, aber auch der Mittelstand weiter absacken. Um in die Forbes-Liste der reichsten 400 Amerikaner zu kommen, muss man schon ein Vermögen von 2 Milliarden besitzen, 18 Prozent mehr als noch letztes Jahr. Die 400 Reichsten besitzen 2,7 Billionen US-Dollar noch Forbes, 0,3 Billionen mehr als ein Jahr zuvor.

Es gibt Verschiebungen, immerhin, aber nur zwischen den Reichen und den Superreichen. Forbes propagiert den Neoliberalismus, hinterfragt wird nichts, nur konstatiert, dass von den 22 Neuen 14 “self-made” Unternehmer wie Reed Hastings, Gründer des Streamingdienstes Netflix, was heißen soll, sie haben es irgendwie selbst geschafft und demonstrieren damit, dass im Prinzip jeder in den USA erreichen kann, zum Milliardär zu werden bzw. in den Club der Reichsten einzusteigen, wie auch immer das Vermögen gehortet wurde.

Der reichste Amerikaner ist noch immer Bill Gates, der Machen kann, was er will, sein Reichtum mehrt sich nach dem Prinzip, dass dem, der hat, gegeben wird. Letztes Jahr ist sein Vermögen um 8 Milliarden auf 89 Milliarden US-Dollar gewachsen. Das könnte man auch als Hinweis verstehen, dass das Steuersystem nicht richtig funktioniert, sondern die Kluft zwischen Arm und Reich verstärkt.

Jeff Bezos (Amazon) kommt auf Platz 2, Warren Buffet auf Platz 3. Facebook Zuckerberg bleibt auf Platz 4, obgleich sein Vermögen immerhin um 15.5 Milliarden US-Dollar zugenommen haben soll – in einem Jahr. Das ist verrückt, aber für das Forbes Ranking, das die Entwicklung als gottgegeben hinnimmt, auch wenn die Steuerpolitik hier eine große Rolle spielt, einfach so.

Die Reichen werden weiterhin immer reicher, gemäß der biblischen Devise: Wer hat dem wird gegeben, was umgekehrt bedeutet: Wer nichts hat, bekommt auch nichts. Es gibt jedenfalls auf der Liste mit 289 fünfmal mehr Gewinner, deren Vermögen also zugelegt hat, als Verlierer. Das sind nur 51. Und US-Präsident Donald Trump ist unter den Superreichen der größte Verlierer. Sein Vermögen soll um 600 Millionen auf 3,1 Milliarden gefallen sein. Dazu beigetragen hätten der teure Wahlkampf, ein teurer Prozess und ein schwieriger Immobilienmarkt in New York. Er soll aber ein Vermögen von 3,1 Milliarden US-Dollar besitzt und fällt vom Rang 156 auf den 248sten Platz zurück.

Erstaunlicherweise hielt sich Trump bislang zurück und setzte keinen Tweet ab. Allerdings kriegen die Medien, die der Präsident nicht mag, wieder mal wie in einem Ritual einen Schlagvon ihm ab, sie sind jetzt nicht nur Fake News, sondern Fiktionsautoren: “So much Fake News being put in dying magazines and newspapers. Only place worse may be @NBCNews, @CBSNews, @ABC and @CNN. Fiction writers!”

So unterhält man seine Anhänger, vor denen man sich dann mit den guten Nachrichten brüstet und unterstellt, dass sie mit seiner Person zusammenhängen: “The U.S. has gained more than 5.2 trillion dollars in Stock Market Value since Election Day! Also, record business enthusiasm.” Die 5,2 Billionen sind allerdings nicht in die Taschen aller Amerikaner geflossen, wie Trump suggeriert, sondern in die Weniger, siehe die Forbes-Liste. Trump fügt an, dass seit dem Wahltag im November 2016 der Aktenmarkt um 25 Prozent gestiegen ist (was auch bildlich mit einem “Wow” dargestellt wird). Die Arbeitslosigkeit sei auf einem Tiefstand und Unternehmen würden wieder in die USA zurückkommen.