Publikation: Konjunktion, 23-10-2017

In ihrem Buch Kriegswaffe Planet Erde zeigte Dr. Rosalie Bertell auf, dass Geoengineering seit Jahrzehnten fester Bestandteil der Strategie des Militärs ist. Dabei spielen sowohl Ost als auch West dieses perfide Spiel. Nach wie vor ist Geoengineering für die meisten Menschen etwas, das sie als Hirngespinst oder Sci-Fi oder auch gerne als Verschwörungstheorie abtun. Dass Geoengineering jedoch kein Thema aus der „Spinnerecke“ ist, zeigt beispielsweise eine Publikation des Umweltbundesamt mit dem Titel GEO-ENGINEERING – wirksamer Klimaschutz oder Größenwahn?.

Forscher der University of Bedfordshire in Großbritannien haben nun öffentlich gefordert, dass man den Himmel mit Sulfataerosole „impfen“ solle, um somit die Sonneneinstrahlung zu reduzieren. Sie sehen diese Methode als „zielführend“ an, um das Korallensterben eindämmen zu können. „Nettes Abfallprodukt“ dabei sei ihrer Ansicht nach, dass auch die Anzahl der Hurrikans sinken würden.

Nach Meinung der Forscher sind „künstliche Planetenabkühler (artificial planet coolers)“ in Form eines „sulfitischen Sonnenschirms“ der richtige Weg, um das weitere Aufheizen der Ozeane zu verhindern. Eine Studie von James Crabbe von der University of Bedfordshire untersuchte diese Art des Geoengineerings und die Idee des „Bespritzen der oberen Atmosphähre mit einer Wolke von Sulfat[dioxid]aersolen (squirting a cloud of sulphate [dioxide] aerosols into the upper atmosphere)“. Eingesetzte Computermodelle, die die Temperaturen und das Korallenwachstum zwischen 2020 und 2069 voraussagen sollen, zeigen, dass die „Lösung der Einbringung von Aerosolen“ nach Meinung der Forscher die beste Möglichkeit ist, um den Temperaturanstieg einzugrenzen und die Korallen am Leben zu erhalten. Zudem verbreite sich die Idee der Sulfat-Injektion in der Atmosphäre – und damit deren Akzeptanz – in Forscherkreisen immer mehr, um Hurrikans zu kontrollieren.

Diese „Strategie der Sonneneinstrahlreduktion“ hat aber dramatische Folgen für das gesamte Ökosystem haben, weil man damit so massiv in den natürlichen Ablauf eingreift, dass unbedachten Folgen nicht ausbleiben. Der Versuch die Sonneneinstrahlung zu kontrollieren, das sogenannte Solar Radiation Management, wird von vielen Kritikern als schwerwiegende Methode erachtet, die „regionale Wettermuster und Monsune stören kann (could disrupt regional weather patterns and monsoons)“. Für James Crabbe sind die möglichen und wahrscheinlichen Folgen jedoch zweitrangig, denn

[…] die Situation ist derzeit so extrem, dass wir Vorsorge treffen müssen.

([…] the situation is currently so extreme that we have to make provisions.)

Es hat den Anschein, dass wir wieder einmal scheibchenweise mit der Realität des bereits durchgeführten Geoengineerings konfrontiert werden. Letztlich wird die Gesellschaft darauf vorbereitet, Geoengineering als „neuestes Heilmittel gegen den menschgemachten Klimawandel“ zu akzeptieren, obwohl es a) bereits seit Jahrzehnten durchgeführt wird und b) bereits jetzt vollkommen außer Kontrolle geraten ist.

Quellen:
GEO-ENGINEERING – wirksamer Klimaschutz oder Größenwahn?
Kleine Anfrage der Abgeordneten René Röspel, Dr. Ernst Dieter Rossmann, Oliver Kaczmarek, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der SPD – Drucksache 17/9943 –
Scientists Calling For Geoengineering To Dim The Sun For The Corals
Impacts of stratospheric aerosol geoengineering strategy on Caribbean coral reefs
Prof James Crabbe
Yes, The US Government Has Experimented With Controlling Hurricanes
Dimming the sun could save corals from bleaching and hurricanes