Facebook weitet Gesichtserkennung aus

Netzpolitik.org · by Markus Reuter · December 21, 2017

Gesichtserkennung dringt in immer mehr Lebensbereiche vor. (Symbolbild)CC-BY 2.0 Mario Mancuso / Montage: netzpolitik.org

Seit Dienstag lässt Facebook alle hochgeladenen Bilder von einer Gesichtserkennungssoftware durchleuchten. Wird eine Person erkannt und zugeordnet, so benachrichtigt Facebook diese über den Upload. Nutzer aus Europa und Kanada sind von der Überwachungsfunktion vorerst ausgeklammert, weil es in diesen Ländern Datenschutzbedenken gibt.

Facebook verkauft die Funktion als Verbesserung der Privatsphäre, weil die Nutzer so mehr Kontrolle über ihre Fotos bekämen. Das Feature würde die Nutzer ermächtigen, auch Bilder zu finden, von denen sie sonst nichts wüssten, sagt Facebooks Head of Privacy gegenüber Wired. Auf der anderen Seite sind Benachrichtigungen für das Geschäft von Facebook gut, weil sie Aktivität herstellen und so für mehr Klicks und Interaktionen sorgen.

Jennifer Lynch von der Electronic Frontier Foundation kritisiert, dass die Funktion erst einmal für alle User angeschaltet sei. Sie fordert statt einem Opt-Out eine Opt-In-Funktion, damit Nutzer tatsächlich die freie Wahl haben, und nicht erst danach suchen müssen, wie sie die automatisierte Erkennung ausschalten können. Weil die Funktionalität standardmäßig an sei, könnte Facebook die Gesichtserkennung auf einen Schlag für mehr als eine Milliarde Nutzer ausrollen.