Vögel füttern im Winter?

Vögel füttern im Winter?

07-01-18 03:43:00,

Star (Sturnus vulgaris), Vogel des Jahres 2018. Foto: Michael Graf (Oflow) / CC BY-SA 3.0 DE

  1. Vögel füttern im Winter?

  2. Kann die Fütterung Tiere verändern?


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Dramatisches Vogelsterben: Naturnahe Lebensräume sind in Monokulturen und Großstädten kaum noch zu finden

In Deutschland gibt es immer weniger Singvögel. Laut dem NABU sind in den letzten zwölf Jahren 12,7 Millionen Brutpaare verloren gegangen. Demnach verschwanden 25 Millionen Vögel verschiedenster Arten – 15 Prozent des gesamten Vogelbestandes. Eine der wichtigsten Ursachen für diese Entwicklung dürfte in der veränderten Futtergrundlage liegen.

Rund 60 Prozent aller heimischen Vögel ernähren sich von Insekten. Verschwinden sie, gehen die Vogelbestände zurück. So haben Wissenschaftler an 2000 Orten in Deutschland, die seit 1990 regelmäßig überwacht werden, eine stetig abnehmende Vielfalt festgestellt. Glaubt man dem niederländischen Ökologen Hans de Kroon, sind selbst bisher häufige Arten wie Spatzen und Elstern seltener anzutreffen als früher.

Viele Arten wie Stare, Buchfinken oder Wintergoldhähnchen können in den ausgeräumten Agrarlandschaften kaum noch überleben. Eine der Ursachen ist auch hier der massive Insektenschwund. Erst im Oktober erregte eine Studie Aufmerksamkeit, die auf das dramatische Insektensterben in Deutschland hinwies.

Eigens hierfür hatten Wissenschaftler den Fang aus Insektenfallen, die in 62 Naturschutzgebieten aufgestellt worden waren, über einen Zeitraum von 27 Jahren ausgewertet. Im Ergebnis war die Biomasse von flugfähigen Insekten um mehr als 75 Prozent zurückgegangen.

Nichts mehr zu holen

Der Spatz, auch Sperling genannt, gilt als besonders anpassungsfähig. Einst folgte er dem Menschen in die von ihm erbauten Siedlungen, wo er gerne Brotkrümel und Essensreste aufpickt. Neben Sämereien, Getreide, Knospen, Obst gehören aber auch Wirbellose zu seinem Nahrungsspektrum.

So brauchen die Spatzenküken Fleisch in Form von Insekten. Außerdem lieben Spatzen ähnlich wie Stare, Buchfinken oder Wintergoldhähnchen unordentliche Ecken mit Hecken, Blühkräutern und Wildpflanzen. Doch die sind in den sauber aufgeräumten Vorgärten mit den kurz gehaltenen Rasen immer seltener zu finden. In Großstädten wie Hamburg und München sind Spatzen selten geworden.

Noch in den 1950er Jahren fanden die einheimischen Vögel auf den Getreidefeldern und Kartoffeläckern über eine Million Tonnen Samen von Feldkräutern.

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