Roundup/Glyphosat: Neue Studie zeigt Veränderungen der Darmmikrobiome von Ratten | www.konjunktion.info

10-01-18 11:31:00,

Glyphosate - Bildquelle: Screenshot-Ausschnitt Wikipedia/GlyphosateGlyphosate - Bildquelle: Screenshot-Ausschnitt Wikipedia/Glyphosate

Glyphosate – Bildquelle: Screenshot-Ausschnitt Wikipedia / Glyphosate

Eine neue Studie zu Glyphosat hat jetzt festgestellt, dass eine Roundup-Exposition zu erheblichen Veränderungen im Darmmikrobiom von Ratten führt.

Diese Studie wurde von einem Forscherteam an der Universitè Caen Normandie, Frankreich um Professor Gilles-Eric Seralini durchgeführt. Seralini ist Molekularbiologe und für seine wichtigen Studien zu genmanipuliertem Mais bei gleichzeitigem Einsatz von Glyphosat bekannt. Seine damaligen Ergebnisse zeigten, dass Ratten beim Verzehr von GMO-Mais, der mit Roundup behandelt wurde, Krebs bekommen. Es ist daher wenig verwunderlich, dass Monsanto als Hersteller von Roundup damals Maßnahmen einleitete, damit Seralini die Studie widerrufen musste. Später wurde die Forschungsarbeit in “angepasster Form” veröffentlicht.

In seiner neuesten Studie wurden Stuhlproben von Ratten analysiert, um Aussagen zu den Darmmikrobiomen machen zu können. In vitro gezüchtete Bakterien, wobei als Nährboden Kot von Kontrolltieren verwendet wurde, erhielten in einer zweiten Versuchsreihe eine Behandlung mit drei Roundup-Konzentrationen: 0,1 ppb, 400 ppm und 5.000 ppm.

Die Mannschaft um Seralini stellte dabei fest, dass eine geschlechtsspezifische Veränderung der Darmmikrobiomen bei weiblichen Ratten eintrat. So gab es einen Anstieg bei der Bacteroidetes-Familie S24-7, während die Lactobacillae-Bakterienfamilie abnahm. Diese Veränderung trat bei allen drei Dosen auf, was darauf hindeutet, dass diese in erster Linie auf den in Roundup eingesetzten Wirkstoff Glyphosat zurückzuführen ist und nicht auf die verabreichte Menge.

Zahlreiche Erkrankungen werden heute mit der sogenannten Darm-Mikrobiota-Dysbiose, wie entzündliche Darmerkrankungen und Darmkrebs, in Verbindung gebracht. Zudem geht man davon aus, dass die Darmgesundheit, Einfluss auf Krankheiten wie Diabetes, Asthma, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Lebererkrankungen, Fettleibigkeit und Autismus nehmen kann. Die französischen Forscher wiesen darauf hin, dass der stattfindende Anstieg der Darmkrankheiten in den westlichen Industrieländern nicht allein genetische Gründe haben kann, sondern dass auch Umweltfaktoren (wie der Einsatz von Roundup) eine große Rolle spielen.

Diese neue Studie könnte durchaus der Anstoß für weitere Studien in einem größere Umfang sein, die zeigen, dass Roundup auch zu Veränderungen der Darmmikrobiomen beim Menschen führen kann.

Die Initiative GM Watch fordert seit längerem weitere Untersuchungen bzgl. Roundup und dem Auftreten von Leberschäden.

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