„Gegen Wagenknecht und Lafontaine“ – Und was will das ISM stattdessen? – www.NachDenkSeiten.de

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17-01-18 02:43:00,

17. Januar 2018 um 13:34 Uhr | Verantwortlich:

„Gegen Wagenknecht und Lafontaine“ – Und was will das ISM stattdessen?

Veröffentlicht in: Audio-Podcast, DIE LINKE, Kampagnen / Tarnworte / Neusprech, Lobbyorganisationen und interessengebundene Wissenschaft

Der Vorstoß in Richtung einer „linken Sammlungsbewegung“ sorgt für Furore. Während die Idee von Seiten der kritischen Öffentlichkeit vornehmlich begrüßt wird, reagieren die meisten Medien und Teile der Linkspartei geradezu hysterisch. Unter den immer wieder zitierten Gegnern einer solchen Sammlungsbewegung wird dabei vor allem das „Institut Solidarische Moderne“ (ISM) zitiert – ein Think Tank, der sich mit namhaften Personen aus dem linken Spektrum schmückt und ursprünglich selbst als eine Art „linke Sammlungsbewegung“ angetreten ist. Man wollte die verschiedenen Strömungen im linken Spektrum vereinen und damit eine rot-rot-grüne Alternative aufzeigen. Mittlerweile hat man sich jedoch voll auf die Seite einer Strömung geschlagen und spaltet, statt zu vereinen. Nun fürchtet man offenbar um die sich selbst zugeschriebene Deutungshoheit und torpediert dabei den eigenen Auftrag. Ein Trauerspiel. Von Jens Berger.

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Wer über Personalfragen hinweg verstehen will, was momentan innerhalb der politischen und gesellschaftlichen Linken vor sich geht, der sollte sich ruhig einmal den „Gründungsaufruf“ des ISM anschauen. Hier wurde bereits 2010 vorexerziert, was Jahre später zu einem Konflikt werden sollte, der seit längerem vor allem in den Spitzengremien der Linkspartei tobt. Das ISM machte damals zwei Strömungen innerhalb der Linken aus. Die „klassische Linke“, die man mit dem Begriff „industrielle Moderne“ versieht und ein „breites Spektrum neuer sozialer Bewegungen“, das man als „Postmoderne“ bezeichnet.

Mit der „industriellen Moderne” vollzog sich nicht nur die gesellschaftliche Durchsetzung der Warenökonomie, sondern auch, als Erbe der Aufklärung, der Aufstieg jener politischen Leitideen, die das Denken und Handeln der „klassischen” Linken bestimmten: Gleichheit und Gerechtigkeit, Solidarität und Demokratie. Die soziale Frage des Industriezeitalters und der „industriellen Linken” war die Frage nach der Verteilung des gesellschaftlich geschaffenen Mehrprodukts. Kritik am Kapitalismus entzündete sich in Form von Gerechtigkeitsforderungen vorrangig dort, wo materieller Reichtum ungleich verteilt wurde. Das soziale Handeln richtete sich auf die materielle Verwirklichung der Ideen der Aufklärung,

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