#2 Einzelinterview: Gerhard Wisnewski zu Alternative Medien – Wichtiges Meinungsregulativ zu den etablierten Medien? | Im Gesprae.ch / Rede & Gegenrede – Das etwas andere Interview

imgesprae.ch · by Tom –  

Alternative Medien, zusammen mit sozialen Netzen und den Möglichkeiten des Internets haben in den letzten Jahren die Deutungshoheit und Glaubwürdigkeit der klassischen Medien schrumpfen lassen. Mit Vorwürfen von Fake News, Hassreden und versteckter Zensur versucht das mediale Establishment beides zurück zu gewinnen.

Doch immer mehr Menschen erkennen in den Alternativen eine echte mediale Alternative, wenn es um Nachrichtenbeschaffung, andere Denkanstösse und Meinungen geht. Immer mehr schalten nicht mehr die Tagesthemen oder das heute journal an, sondern informieren sich parallel auf RT oder Zerohedge und KemFM oder Nachdenkseiten.

Der eingetretene Wandel in der Medienwelt ist umfassend und lässt alte Strukturen zurück, die in ihrer inszenierten Vielfalt von sich glauben Teil einer vorhandenen Meinungspluralität zu sein.

Können alternative Medien diese offensichtliche Lücke echter Meinungspluralität füllen und zugleich ein wichtiges Meinungsregulativ zu den etablierten Medien bilden? Oder wird staatlicherseits gerade alles dafür getan, dass genau dies nicht eintreten kann?

Im Gesprae.ch fragte bei Gerhard Wisnewski nach:


Gerhard Wisnewski – Bildquelle: www.clavius.info

Gerhard Wisnewski – verheimlicht vertuscht vergessen 2018 – Bildquelle: Kopp-Verlag

Gerhard Wisnewski wurde 1959 geboren. Aufgewachsen in der Mainmetropole Frankfurt, machte er dort 1979 sein Abitur und arbeitete schon ab 1978 als freier Mitarbeiter bei den Frankfurter Nachrichten.

Er studierte Politikwissenschaften mit den Nebenfächern Psychologie und Soziologie in München.

Seit 1986 arbeitet er als hauptberuflicher Jounalist, Schriftsteller und Filmautor. Er ist Fachmann für wissenschaftliche, technische, geschichtliche sowie politische Belange.

Erstes Aufsehen erregte Wisnewski 1992 mit dem Buch Das RAF-Phantom (mit Landgraeber, Sieker). Der darauf beruhende Fernsehfilm erhielt mehrere Preise, darunter den Grimme-Preis (Regie: Dennis Gansel).

Zusammen mit dem Filmemacher Willy Brunner drehte Wisnewski 2003 die weltweit erste kritische Dokumentation über die Attentate des 11.9.2001 für einen großen Sender (WDR).

Seit 2003 betätigt sich Wisnewski hauptsächlich als erfolgreicher Schriftsteller, der durch viele aufsehenerregende Bestseller auf sich aufmerksam machte. Unter anderem mit seiner seit mehr als zehn Jahren erscheinenden Buchreihe verheimlicht vertuscht vergessen.

Gerhard Wisnewski ist in den letzten Jahren zu einem großen Befürworter der alternativen Medien geworden. Im Gesprae.ch wollte von ihm wissen, ob diese zu einem wichtigen Meinungsregulativ zu den etablierten Medien geworden sind.

Im Gesprae.ch: Auf Ihrer Website www.gerhard-wisnewski.de kann man nachfolgendes Zitat von Ihnen finden: “Ich sehe mich den Idealen eines demokratischen und aufklärerischen Journalismus verpflichtet und glaube an die Notwendigkeit der Kontrolle der Macht durch die Vierte Gewalt. Politisch korrekten Konsensjournalismus zur politisch korrekten Selbstpositionierung lehne ich für mich ab. Ich glaube, dass bequemer Journalismus ein Widerspruch in sich ist und dass es zum Auftrag des Journalismus gehört, unbequem zu sein.”Im Gesprae.ch versucht mit seiner Idee des “etwas anderen Interviews” diese “politisch korrekte Selbstpositionierung” etwas aufzulösen. Können Sie dem Leser bitte genauer erläutern, was Sie darunter verstehen und warum Ihrer Meinung nach ein “bequemer Journalismus ein Widerspruch in sich ist”?

Gerhard Wisnewksi: Ein bequemer Journalismus wäre so etwas wie ein “bequemes Finanzamt”. Ein Kontrollinstrument kann nicht bequem sein, weil es dann seinen Auftrag verfehlen würde.

Im Gesprae.ch: Die IVW Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V. stellt seit Jahren fest, dass die Auflagezahlen der klassischen Printmedien abnehmen. Auch die Einschaltquoten der öffentlich-rechtlichen Sender waren schon einmal besser, während sich alternative Medien wie KenFMNachdenkseiten oder Rubikon immer größerer Beliebtheit erfreuen. Gerade die drei genannten sind zu einem wichtigen Anlaufpunkt vieler “Informationssuchender jenseits des Mainstreams” geworden. Zudem gibt es mit klassischen Youtubern wie Oliver Janich oder auch Ihnen weitere Journalisten, die den Qualitätsmedien den Rücken zugekehrt haben.Wie nehmen Sie persönlich diese Veränderung war? Sehen Sie in dieser “Verschiebung” gar eine Chance für die alternativen Medien?

Gerhard Wisnewksi: Natürlich. Und eine Chance für die Wahrheit. Die etablierten Medien haben ihren Anspruch auf Aufmerksamkeit durch ihre Dauerlügen und ihre Desinformation verwirkt.

Im Gesprae.ch: Russiagate und das Putin-Bashing, die Kriegspropaganda in Syrien oder die Berichterstattung zur Migrantenkrise haben bei vielen Menschen das Vertrauen in die Mainstreammedien zerstört. Die Glaubwürdigkeit von ARDZDF und Co. ist in vielen Gesellschaftsschichten enorm gesunken. Und doch sind die Einflussmöglichkeiten der MSM immer noch extrem groß.Nehmen wir das Beispiel einer ABC-Meldung vom 1. Dezember des vergangenen Jahres, in der der ehemalige Nationale Sicherheitsberater der USA, Michael Flynn zugab, das FBI angelogen zu haben, was die Konversation mit dem russischen Botschafter im Wahlkampf 2016 anbelangte. Die ABC behauptete daraufhin, dass Donald Trump Flynn befahl, russische Offizielle im Wahlkampf zu kontaktieren, bevor er selbst überhaupt der Kandidat der Republikaner wurde.

Jedoch ist diese Feststellung falsch. Denn Trump gab Flynn diese Order erst, als er bereits zum Präsidentenkandidaten gewählt worden war. In der Originalpassage des ABC News Reporters Brian Ross wird dabei auf eine anonyme Quelle verwiesen. Diese Methode der “anonymen Quellen” wurde von den Mainstreammedien während des gesamten damaligen Wahlkampfs benutzt, ohne jemals einen echten Beweis dieser “Abreden” vorzulegen.

ABC versuchte diesen Fehler mit einer lapidaren Korrektur auszuräumen, konnte aber die Weiterverbreitung in anderen Medien dadurch nicht mehr verhindern. Die Folge der “Anschuldigungen der anonymen Quelle”, die bei ABC News am 1. Dezember um 11 Uhr über den Äther ging, war, dass innerhalb von wenigen Minuten der Dow Jones mehr als 350 Punkte verlor.

Warum ist es aus Ihrer Sicht immer noch so, dass die klassischen Medien so einen großen, wenn auch schwindenden Vertrauensvorschuss genießen? Dass sie mit anonymen Quellen arbeiten können, während man von den alternativen Medien zu jeder Aussage eine fundierte, öffentliche, nachweisbare Quelle einfordert?

Gerhard Wisnewksi: Weil es eine dichte Schicht von Gläubigen gibt, die den Medien und Politikern blind vertrauen. Sie können einfach nicht glauben, dass das ihre Feinde sind. Da die Angehörigen dieser Schicht die Käseglocke der offiziellen Lügen fast nie verlassen, sind sie für andere Informationen auch nicht erreichbar. Außerdem haben die CIA und der Mainstream abweichende Meinungen mit einem eingängigen Stempel versehen, mit dem sie die Normalbürger abschrecken. Und dieser Stempel lautet “Verschwörungstheorie”. Wenn diese Zauberformel gesprochen wird, bewirkt das, dass der Normalbürger gar nicht mehr zuhört.

Im Gesprae.ch: Während wir allenthalben und allerorten lesen können, dass Diversität für die Gesellschaft etwas Gutes ist und diese nach vorne bringt, da dadurch die verschiedenen Kulturen (Ethnien), Altersstufen, Geschlechter, sexuellen Orientierungen, Menschen mit Behinderungen, Religionen (Weltanschauungen) miteinander etwas Neues und Größeres schaffen, findet gerade in einem der wichtigsten Medien eine von den Regierungen geförderte Homogenisierung statt: im Internet.Ziel scheint es zu sein, dass nur noch “offiziell zugelassene Nachrichten” den Weg in die Öffentlichkeit finden und nur diese offiziellen Themen in einem “zugelassenen Diskurs” Raum finden dürfen, während alle anderen Nachrichten und deren “Überbringer” als Fake News sanktioniert und letztlich verboten aka abgeschaltet gehören.

Jeder Mediennutzende wird schon einmal auf eine Fake News, ob in den alternativen Medien oder auch im Mainstream, hereingefallen sein. Nachrichten, die ohne Substanz mit fehler- oder lückenhaften Inhalten versehen sind und nur dazu da sind, Konfusion zu stiften und zu verwirren.

Aber diese Fake News sind inzwischen nicht mehr das einzige Problem. Denn die Homogenisierung des Internets und damit die Eliminierung bzw. Marginalisierung unabhängiger, kritischer Stimmen nimmt immer mehr zu. Erst am 14. November hat beispielsweise das EU-Parlament ein umfangreiches Maßnahmenpaket verabschiedet, das über den Umweg des Verbraucherschutzes Tür und Tor für eine Zensur im Internet (mittels Netzsperren) öffnet. Kritische Berichterstattung im Mainstream dazu? Fehlanzeige!

Zudem haben wir inzwischen in Deutschland mit dem Netzwerkdurchsetzungsgesetz ein Gesetz, das es den alternativen Medien, die viele Ihrer Inhalte über die sozialen Netze verbreiten, immer mehr erschwert, Gehör zu finden. Auch in Frankreich hat Anfang des Jahres der Präsident Emmanuel Macron bis Ende des Jahres ein Gesetz in Aussicht gestellt, das es der Regierung in Paris ermöglicht, bestimmte Medien und Inhalte gesetzlich zensieren zu können.

Können alternative Medien daher überhaupt so etwas wie ein Meinungsregulativ sein, wenn ihnen die Verbreitungskanäle entzogen werden, in denen auch eine Information jenseits des Mainstreams angesprochen und diskutiert werden könnte?

Gerhard Wisnewksi: Klar. Sie müssen und sie werden sich weiter durchsetzen. Der große Fehler war, auf das Web 2.0 hereinzufallen, also ein von Meinungsmultis wie FacebookGoogleTwitter u.a. zentralisiertes Netz. Von diesem Netz müssen wir uns wieder lösen und ein Web 3.0 aufbauen, aus vielen kleinen privaten Plattformen. Jeder muss wieder lernen, seine eigene Website zu betreiben oder seine eigene Plattform.

Im Gesprae.ch: Mit Correctiv und der Amadeu Antonio Stiftung haben wir zwei “Portale” in Deutschland, die sich als “Faktenchecker” (Facebook) und “Modell der Gegenrede” (Initiative für Zivilcourage Online) sehen. Sowohl Correctiv als auch die AAS erhalten staatliche Mittel und private Spenden. Ersteres sogar von niemand geringerem als von der Open Society Foundations des US-Milliardärs George Soros. Bei beiden ist bekannt, dass sie enge Kontakte zu den klassischen Medien bzw. Behörden haben. AAS und Correctiv sehen eine Hauptaufgabe darin, Fake News und Hassrede zu melden, einzuordnen und ggf. zu zensieren.Facebook setzt aufgrund der Vorgaben des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes auch auf diese “Meldeportale”. Sehen wir damit nicht den Versuch der Zensur durch die Hintertür, wenn der Staat private Unternehmen dazu zwingt, Entscheidungen zur Meinungs- und Redefreiheit zu treffen, obwohl diese Aufgabe und die entsprechende Entscheidung eigentlich allein der Justiz zusteht? Und werden damit nicht auch hauptsächlich alternative Medien getroffen?

Gerhard Wisnewksi: Die staatlich bezahlte Amadeu Antonio Stiftung betreibt verdeckte staatliche Zensur, was vom Grundgesetz strikt verboten ist. Die Zensur und Propaganda wurde nur outgesourct. Die eigentlichen Rechtsbrecher sitzen in der Regierung. Das sogenannte Correctiv-Büro wurde kürzlich sogar in einer Journalistenzeitschrift kritisiert: “Ein Korrektiv für Correctiv”, hieß es da. Eine Studie habe Schwächen des Recherchebüros aufgezeigt. Correctiv wühlt im Stil der Bild-Zeitung schon längst selbst im Dreck der Gesellschaft. Was wieder einmal beweist, dass es zwischen “Verschwörungstheorien” und “Qualitätsjournalismus” keinen strukturellen Unterschied gibt. So denunzierte das sogenannte Recherchebüro eine AfD-Funktionärin als Hobby-Prostitutierte, was – wenn es stimmen würde – politisch überhaupt nichts zur Sache tun würde.“Wer gegen ‘Hass’ und ‘Fake News’ anzutreten meint, sollte die Maßstäbe, die er an andere anlegt, auch gegen sich selbst und jedermann gelten lassen, auf keinem Auge blind sein und nicht nur in eine Richtung ‘recherchieren’”, schrieb dazu die FAZ.

Im Gesprae.ch: Eine Vielzahl von Themen finden heute im Mainstream nicht statt. Sei es das Thema Geoengineering, Migrationswaffe oder auch die Neue Weltordnung und die “Gedankenwelt eines Thomas Barnett”. Gerne werden Menschen, die diese Themen ansprechen in diverse Ecken gestellt. Als Antisemiten, Querfrontler, Spinner, Aluhutträger und Verschwörungstheoretiker bezeichnet.Warum glauben Sie, trauen sich sehr viele Journalisten nicht an diese Themen heran, die dann fast zwangsläufig von den alternativen Medien aufgegriffen und bearbeitet werden? Liegt es daran, dass die “Schere im Kopf” – also das über das man berichten darf – inzwischen so gut funktioniert? Dass die eigene Existenz gefährdet wird? Oder weil die “Reichweite der Regierungen, Thinktanks und NGOs”bis in die Redaktionsräume weiter vorgedrungen ist als den meisten bewusst ist?

Gerhard Wisnewksi: Weil sie sonst als “Verschwörungstheoretiker” gebrandmarkt und hinausgeworfen werden. Dabei gibt es, wie gesagt, keine strukturelle Definition und keine strukturellen Merkmale von “Verschwörungstheorien”. Es gibt also keinen definierbaren Unterschied zwischen einer “Verschwörungstheorie” und einer “normalen Berichterstattung”. Der einzige Unterschied ist inhaltlich und besteht darin, dass die “Verschwörungstheorie” unerwünscht ist.

Im Gesprae.ch: Während wir im klassischen Mainstream immer mehr Kriegspropaganda vor allem gegen Russland lesen, hören und sehen müssen, bemüht sich der Großteil der alternativen Medien darum, die Friedensbewegung und deren Gedankengut oben zu halten. Auch ist es so, dass in den Alternativen Themen, die auch bei den MSM vorkommen, meist intensiver beleuchtet, kritischer hinterfragt und in einem größeren Kontext gesehen werden. Ein sehr gutes Beispiel dafür ist die Geschichte des investigativen Journalisten Billy Six und seine MH17 – Die Billy Six Story, in der er auf ganz andere Ergebnisse zum Absturz der Passagiermaschine MH17 kommt als das bereits erwähnte Recherchenetzwerk Correctiv oder wie im Abschlussbericht des Dutch Safety Bord:“Nachdem am 17. Juli 2014 eine Boeing mit 298 Passagieren an Bord gewaltsam zum Absturz gebracht wurde, herrscht weltweit Uneinigkeit darüber, wer für den Abschuss verantwortlich ist. Das Recherchenetzwerk “correct!v” schickte Marcus Bensmann ins Kriegsgebiet, um die Täter zu finden. In seiner Webreportage präsentierte er seine Rechercheergebnisse mit anonymisierten Augenzeugen in einem Comic. Sein Fazit: Eine BUK-Rakete, abgefeuert vom russischen Militär aus Separatistengebiet holte die Boeing vom Himmel. Der investigative Journalist Billy Six recherchierte selbst vor Ort in der Ukraine und befragte über 120 Augenzeugen und Militärangehörige. Er kommt zu einem anderen Schluss als das Recherchenetzwerk “correct!v”. Den Grimme online Preis für Marcus Bensmann hält Billy Six für völlig ungerechtfertigt, denn er selbst sprach mit den Quellen aus der Webreportage von correct!v und stellte fest, dass viele Aussagen zurechtgebogen, sinnentstellt und ins Gegenteil verkehrt wurden. Aber auch den forensischen Abschlussbericht des Dutch Safety Bord kritisiert Billy Six auf das Schärfste. Den 3,2 Kilogramm schweren Abschlussbericht hat er bis ins letzte Detail studiert und eine Menge Ungereimtheiten festgestellt. Von vornherein seien die Ermittlungen nicht ergebnisoffen gewesen.”

Müssen alternative Medien immer mehr die Funktion der “4. Gewalt”übernehmen, die eigentlich ursprünglich den klassischen Medien zugedacht war? Sehen Sie sich selbst auch in dieser Tradition, den Mächtigen auf die Finger zu schauen?

Gerhard Wisnewksi: Die alternativen Medien sind eine natürlich wachsende 4. Gewalt, ähnlich einem Grashalm oder einer Blume, die sich ihren Weg durch den Asphalt bahnt. Das Denken der Menschen ist regelrecht zubetoniert, und es ist ein natürlicher Vorgang, dass sich die Wahrheit ihren Weg sucht.

Im Gesprae.ch: Ein Interview zu den alternativen Medien kann nicht ohne die “Mutter aller Verschwörungstheorien”auskommen: 9/11. Sie waren im deutschsprachigen Raum 2003 der Erste (zusammen mit Willy Brunner) der die Widersprüche bei den Attentaten am 11. September 2001 medial aufbereitete. Ihr Film Aktenzeichen 11.9. ungelöst wurde damals nur einmal ausgestrahlt und verschwand danach in den Archiven, und Ihr damaliger Haussender WDR arbeitete im Anschluss nie mehr mit Ihnen zusammen.Erachten Sie 9/11 sowohl in privater wie auch in gesellschaftlicher und geopolitischer Hinsicht als Zäsur. Ein Ereignis, das einen Wendepunkt darstellt und das bis heute in allen Belangen (Gesellschaft, Freiheitsrechte, Kriege, Terrorismus, usw.) nachwirkt?

Gerhard Wisnewksi: Ich habe vor der Glaubwürdigkeitskrise der Medien schon bald nach dem 11.9. 2001 gewarnt, und es ist immer schlimmer geworden. Ausgangspunkt war der 11.9.2001 selbst – der zentrale Sündenfall der Lügenmedien. Wer bei einem solchen Mega-Ereignis lügt, dem glaubt man nie wieder. Damals sind viele Leute aufgewacht und haben sich selbst auf die Suche nach der Wahrheit begeben. Langfristig werden die Mainstreammedien ihren eigenen Lügentsunami nicht überleben.

Im Gesprae.ch: Seit über zehn Jahren verfassen Sie die äußerst erfolgreiche Jahrbuchreihe verheimlicht vertuscht vergessen. Auch Ende 2017 brachten Sie das 11. Buch der Reihe heraus, in der Sie sich mit Themen befassen, die die Mainstreammedien nicht aufarbeiten wollten.Hätten Sie damals beim Start damit gerechnet, dass dies ein solcher Dauerbrenner werden könnte? Was ist Ihnen in 2017 noch aufgefallen, das vielleicht den Weg nicht in Ihr Buch geschafft hat und das insbesondere die Mainstream- bzw. die alternativen Medien anbelangt?

Gerhard Wisnewksi: Ich habe damals gar nicht an längere Zeiträume gedacht. Zunächst habe ich nur um die 2. Ausgabe gekämpft, weil dem Verlag die zunächst verkauften 16.000 Exemplare zu wenig waren. Beim nächsten Mal waren es aber schon viel mehr, und seitdem hat verheimlicht vertuscht vergessen einen festen Platz in der Medienlandschaft und auf den Bestsellerlisten. Natürlich haben es manche Dinge nicht in das Buch geschafft, aber das liegt in der Natur der Sache und würde jetzt zu weit führen.

Im Gesprae.ch: Als Kritiker der Mainstreammedien ist es zwangsläufig so, dass man sich sehr viel mit diesen beschäftigen muss. Auch um zu wissen, über was diese gerade berichten oder auch nicht berichten. Doch ihre Recherchen hören sicherlich nicht beim Mainstream auf, wenn Sie Ihre Jahrbücher, Artikel oder Youtube-Videos ausarbeiten.Gibt es irgendwelche alternative Quellen, die Sie regelmäßig besuchen, um sich jenseits des Tellerrands zu informieren? Haben Sie so etwas, wie eine Leseempfehlung für unsere Leser?

Gerhard Wisnewksi: Natürlich habe ich viele alternative Quellen. Viele Links werden mir zum Beispiel von meinen Lesern zugeschickt. Es melden sich auch immer wieder Fachleute unter meinen Lesern, um mir Hinweise und Tipps zu geben. Als alternative Quellen empfehle ich u.a. CompactJunge FreiheitPreußische Allgemeine und ExpressZeitung. Und natürlich YouTube-Kanäle wie Ken Jebsen, Hagen Grell, Oliver Janich. Und, ganz wichtig: kla.tv.Verzeihung an alle, die ich vergessen habe. Es gibt natürlich noch viel, viel mehr – eine regelrecht bunte und aufregende Szene von Recherchen und Meinungen, also genau das, was eine Demokratie braucht. Ich selbst bin natürlich auch eine alternative Quelle.

Im Gesprae.ch: Zum Abschluss noch zwei persönliche Fragen:Als unbequemer Zeitgeist findet man nicht mehr im Mainstream statt. Waren Sie früher immer wieder Gast bei Talk Shows oder wurden von diesen interviewt, findet man Sie heute fast ausschließlich in den alternativen Medien. Hat sie diese Ausgrenzung seit 2003 nicht nur wirtschaftlich, sondern auch persönlich getroffen?

Gerhard Wisnewksi: Ich habe 2018 zwei Mottos in mein Jahrbuch aufgenommen:“Immer, wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit, sich zu besinnen.” Das stammt von Mark Twain. Und: “Wer nicht auf seine Art denkt, denkt überhaupt nicht.” Das sagte Oscar Wilde.

Dem ist nichts hinzuzufügen.

Im Gesprae.ch: Und zu guter Letzt: Was steht in diesem Jahr bei Ihnen an? Haben Sie irgendwelche besonderen Projekte geplant? Neue Buchideen?

Gerhard Wisnewksi: Erstmal nicht. verheimlicht vertuscht vergessen ist ein sehr besonderes, anstrengendes und risikoreiches Buchprojekt und verträgt, wie sich gezeigt hat, kaum etwas neben sich.

 

 

An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Gerhard Wisnewski, der für Im Gesprae.ch Rede & Antwort stand. Wir wünschen ihm für seine Buchreihe verheimlicht vertuscht vergessen und seine Arbeit weiterhin viel Erfolg.

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