#4 Zweierinterview: Wolfgang Effenberger und Peter Haisenko zu Geopolitik – Triebfeder Finanzsystem oder militärisch-industrieller Komplex? | Im Gesprae.ch / Rede & Gegenrede – Das etwas andere Interview

12-02-18 02:28:00,

Christoph Meier, Richard Roßmanith und Heinz-Uwe Schäfer definieren in ihrem Wörterbuch zur Sicherheitspolitik den Begriff Geopolitik als

ein Wissenschaftsfeld an der Schnittstelle zwischen Geographie, Politikwissenschaften, Geschichte und Soziologie, die die Beziehungen zwischen Raum und politischen Gegebenheiten untersucht. Sie ist auch die Lehre von der Raumgebundenheit der politischen Vorgänge sowie über den Staat als geographischen Organismus und weiters die Analyse des Einflusses der geographischen Bedingungen eines Staates auf seine nationale und internationale Politik.

Geopolitik heißt aber auch, dass jeder Staat den Maßgaben der geologischen und geographischen Gegebenheiten seines Staatsgebiets unterliegt. Diese bestimmen letztlich, welche wirtschaftliche, gesellschaftliche und politische Organisation in diesem Staat realisierbar ist.

So zumindest die oftmals vertretene Lehrmeinung zur Geopolitik. Einem Themenfeld, das in Deutschland aufgrund seiner eigenen Geschichte inzwischen nur noch ein Schattendasein fristet, während die angloamerikanischen Länder ihre Vorstellungen einer Geopolitik weltweit nicht nur medial umsetzen.

Doch wer treibt konkret geopolitische Themen voran? Wer entwickelt Konzepte wie Responsibility To Protect (R2P)? Wer hat ein Interesse daran, dass Strategiepapiere wie das TRADOC 525-3-1 mit dem Namen Win in a complex world 2020-2040 entwickelt und realisiert werden? Sind es reine Machtinteressen oder schieben im Hintergrund ganz andere Kräfte wie der Finanzsektor oder der militärisch-industrielle Komplex dies mit an?

Im Gesprae.ch stellte diese und andere Fragen Wolfgang Effenberger und Peter Haisenko…

Wolfgang Effenberger - Bildquelle: Anderweltonline.comWolfgang Effenberger - Bildquelle: Anderweltonline.comWolfgang Effenberger – Bildquelle: Anderweltonline.com

Wolfgang Effenberger wurde 1946 als Kind schlesischer Eltern wenige Wochen nach der Vertreibung im südoldenburgischen Lohne geboren. Nach der Offiziersausbildung studierte er bei der Bundeswehr Bauingenieurwesen und erhielt als junger Pionierhauptmann Einblick in das von den USA vorbereitete “atomare Gefechtsfeld” in Europa. In den letzten beiden Dienstjahren studierte er im Abendstudium an der Hochschule für Politik (HfP) München und nach dem Ausscheiden aus der Bundeswehr Höheres Lehramt (Bauwesen/Mathematik) an der TU München. Danach unterrichtete er bis zum Jahr 2000 an der Fachschule für Bautechnik (München). Anlässlich der Antrittsrede von George W. Bush 2001 wandte er sich zunächst der amerikanischen Geschichte und Politik und später verstärkt geopolitischen Fragestellungen zu. Als Autor mehrerer Bücher und zahlreicher Fachartikel engagiert er sich seitdem für die Aufklärung über die Ursachen des ersten Weltkriegs (Urkatastrophe des 20.Jahrhunderts) und für eine friedliche Welt.

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