Die Drahtzieher hinter Trump

13-02-18 10:17:00,

Unter der Regierung von Saddam Hussein hatten Menschen in den Cafés von Bagdad in der Regel Angst, aus Versehen ihren Kaffee über der Titelseite der vor ihnen aufgeklappten Zeitung zu verschütten. Sie hatten einen guten Grund für ihre Angst, denn irakische Zeitungen zeigten damals auf der Titelseite immer ein Bild von Saddam Hussein. Seine Gesichtszüge unkenntlich zu machen, könnte als ein Anzeichen für Nichtachtung oder sogar als kritische oder verräterische Haltung dem großen Führer gegenüber interpretiert werden.

Saddam Hussein wurde in der irakischen Presse ausnahmslos hochgelobt, und doch wäre er beeindruckt, auf welch erstaunliche Weise es in den US-Medien zum Normalfall geworden ist, dass Präsident Trumps Worte und Taten die Top-Nachrichten dominieren. Tag für Tag beziehen sich die drei oder vier Aufmacher der New York Times und bei CNN direkt oder indirekt auf Trump. Und im Gegensatz zu Saddam ist diese flächendeckende Berichterstattung von Seiten der Nachrichtensender freiwillig und überwiegend kritisch.

Mit seinen ungeheuerlichen Beleidigungen und Lügen gelingt es Trump, ständig im Rampenlicht zu stehen, seitdem er 2015 seine Kandidatur zur Präsidentschaft ankündigte. Was auch immer er sonst sein mag, er ist selten langweilig – im Gegensatz zu so vielen seiner unterlegenen Rivalen und Gegner, die glaubten, dass seine offensichtlichen Mängel ihn unweigerlich untergehen lassen müssten.

Eines Tages werden sie vielleicht Recht behalten, aber dieser Tag lässt lange auf sich warten. Die offene Abscheu vor Trump auf Seiten vieler amerikanischer Medien ist kurioserweise wirkungslos, da sie sich wiederholt und Amerika in dem einen Jahr seit Beginn seiner Präsidentschaft noch kein großes Desaster ereilt hat. Kommentatoren stellen fest, dass er bei all seiner militanten Rhetorik noch keinen Krieg begonnen hat – im Unterschied zu all seinen republikanischen Vorgängern bis hin zu Präsident Gerald Ford.

Die beständige Dämonisierung von Trump birgt eine andere Gefahr, die unterschätzt wird und eine wirkliche Katastrophe anrichten könnte. Die US-Medien schieben die gesamte Schuld auf ihn und stellen die Schar von Generälen, die die oberen Ränge seiner Regierung bevölkern – Stabschef John Kelly, Verteidigungsminister Jim Mattis und Sicherheitsberater H.R. McMaster – voller Hochachtung als die einzigen Erwachsenen im Raum dar. Allerdings könnte sich herausstellen, dass sie und andere Akteure aus Politik und Wirtschaft wie Staatssekretär Rex Tillerson und CIA-Chef Mike Pompeo eher einen Krieg anzetteln als Trump selbst.

Wie schlecht das Urteilsvermögen just derjenigen ist,

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