Nachtrag zum Gedenken an Stalingrad, zur Darstellung Russlands und seines Präsidenten in westlichen Medien und Reaktionen unserer Leser. – http://www.NachDenkSeiten.de

nachdenkseiten.de · by NachDenkSeiten | IQM e.V. – 11. Februar 2018

Die Debatte zu diesem Themenkomplex reißt nicht ab. Wieder erreichten uns zahlreiche Zuschriften unter Anderem zwei aus Russland. Teilweise sind die Briefe sehr umfangreich, aber vielleicht genau das Richtige zum Wochenende. Durch alle Briefe zieht sich der Wunsch, die Politiker aller Couleur sollten sich mehr um Ausgleich und Kommunikation bemühen, anstatt bequem ins Säbelrasseln einzustimmen. Sicher wäre es gut, auch auf der Ebene der Völker mehr Informationen zu suchen, und vielleicht den Urlaub, wenn das Budget es gestattet, am Schwarzen Meer oder in Kaliningrad zu verbringen; oder die Fussball-WM ist ein Anlass… Die wiedergegebenen Leserbriefe zeigen, dass es auch eine andere Sichtweise der Dinge gibt, als die der sogenannten Leitmedien. Zusammengestellt von Moritz Müller.
Leserbriefe zum Thema Stalingrad und Russland:
  1. Voller Verzweiflung lese ich, in Deutschland soll ein NATO- Hauptquartier aufgebaut werden. Im Jahr 1938 geboren, habe ich den Zweiten Weltkrieg mit den Grausamkeiten live erlebt. Sind wir denn alle verrückt geworden uns eine militärische Auseinandersetzung mit Russland aufdrängen zu lassen im Interesse der Rüstungsindustrie und des MIK (militärisch- industrieller Komplex) der USA. Die angehäuften Waffen müssen ihren Zweck erfüllen. Aber bitte auf europäischem Boden, vorzugsweise gegen die Russen, und nicht im eigenen Land, dem Boden der USA.Haben wir nichts aus dem Irakkrieg gelernt, und nichts daraus, dass die NATO längst keine Verteidigungsarmee mehr ist und dass Kriegsanlässe einfach erlogen werden?

    Nicht einmal das ist nötig mit der Anmaßung präventiver Militärschläge, wenn sich die USA auch nur schief angesehen fühlen.

    Ich bin in der DDR groß geworden und Russen, die ich kennenlernte, sind normale nette Menschen wie wir und das Land ist wie jedes andere Land auch.

    Was glauben wir eigentlich, wer die Antwort der Russen zu spüren bekommt? Vielleicht zuerst Büchel mit seinen amerikanischen Atomraketen. Was soll aus unseren Kindern, Enkeln und Urenkeln werden? Ich bin stinkwütend und todtraurig. Wohin mit der Wut?

    Dr. Gisela Schmidt

  2. Betr.: Karl-Wilhelm Lange,Der Brief des Regierungspräsidenten i.R. Herrn Lange hat mir ein bisschen „Frieden“ gebracht, da ich die ganzen Tage nicht damit fertig wurde, dass die furchtbaren Leiden der Soldaten des Krieges so schmählich negiert, wenn nicht weggeputzt wurden. Betroffen war ich, da mir dies unendliche Leiden von meinem Schwiegervater geschildert worden waren. Er war einer der wenigen Überlebenden dieses sinnlosen Krieges. Er war einer der wenigen, die nicht nur mit den Albträumen fertig werden mußten. Er war auch einer der wenigen, die im „freien“ Westen mit einem Schauprozess bestraft wurden, weil die hiesigen „Freunde“ wußten, wie das so als Strafgefangener im Arbeitslager zu sein hatte.

    Er hat mit viel Hochachtung für die Russische Seite von den Menschen dort gesprochen. Seine „Freunde“ hier hatten seine Frau und seinen 2jährigen Sohn ins KZ befördert. Die Folgen dieser frühkindlichen Einkerkerung sind bis heute auszuhalten.

    Mit freundlichen Grüßen Gisela Kellenter

  3. Liebes NDS-Team,der o.g. genannte Artikel ist ein weiteres erschreckendes Dokument für den krankhaften Irrsinn, neben der militärischen auch eine geistige Mobilmachung gegen Russland zu betreiben. Mit welch bleibender Gültigkeit trifft hier Reinhard Mey’s „Narrenschiff“ diesen behandlungsbedürftigen Wahnsinn der elitären Herrschaft (wenn auch dieses Lied noch einem anderen Hintergrund gewidmet war).

    Das Thema „Der böse Russe“ ist uns leider auch ich in einem ganz anderen und unpolitischen Zusammenhang begegnet: Das Theater Ulm bietet regelmäßig zum Jahresende in seinem Spielplan (bisher) sehr erfolgreich Inszenierungen für Kinder. Familien, Kulturvereine und Schulen besuchen von Oktober bis Anfang Januar die Vorstellungen, die häufig ausverkauft sind. Im vergangenen Jahr stand Schneewittchen auf dem Programm. Leider verließen wir die Vorstellung dieses Mal sehr betroffen. Besonders auffallend war die Figur der bösen Stiefmutter: Osteuropäischen Akzent, häufig gebrauchte sie das wohl für viele als russisch erkennbare Wort „njet“ und weitere slawisch klingende Begriffe. Das Böse kommt aus Russland, diese Assoziation zu wecken konnte gut gelingen. Eine“Figur wie aus der Zeit des Kalten Krieges“, so urteilte die Augsburger Allgemeine vom 18.10.2017. Im Gegensatz dazu der rettende Prinz, auch er wurde für unser Verständnis sehr manipulativ subtil ins Spiel gebracht: Ein edler arabischer Wüstensohn, mit angenehmer Sprache, einer, mit dem man sich gerne einlässt. Auch hier findet sich, wenn man will, ein Pendant im so wichtigen westlichen Verbündeten Saudi-Arabien, der einem so angenehm sympathisch nahe gebracht wird. Wer könnte es sich erlauben, eine derart aufrichtige Gestalt in Frage zu stellen.

    Man muss freilich nicht, doch man kann auf dem Hintergrund der politisch agierten Hetze gegen Russland hier ein weiteres Instrument finden, assoziativ die emotionale Stimmungsmache für die ausgewählten Verbündeten und gegen die ernannten Feinde zu begleiten.

    In der Hoffnung, dass wir miteinander das „Narrenschiff“ noch rechtzeitig auf einen Kurs vorbei am Riff bringen können grüße ich Sie herzlich. Und großen Dank für Ihre so wertvolle Arbeit.

    Jörg-Peter Brandt

  4. Ich habe mich entschieden, doch etwas zu schreiben und kurz meine Meinung äußern.Seit dem Ausbruch der Ukraine-Krise verfolge ich dieses Thema, versuche mir ein Bild über die Ereignisse in der Ukraine und auch über die veränderten Verhältnisse zwischen Russland und Europa/Amerika in den letzten vier Jahre zu schaffen. Ich habe Verwandte in der Ukraine. Zu diesem Zeitpunkt (Februar 2014) war ich noch in Tadschikistan, bin dort geboren und habe dort gelebt und gearbeitet, sagte ich einmal zu meinen Kollegen aus der Ukraine, die zusammen mit mir bei einer deutschen Organisation der Entwicklungszusammenarbeit gearbeitet haben, dass ich nicht begreife, wie sich Ukrainer so benehmen können. Verstehen sie nun wirklich nicht, was sie tun? Sie zerstören doch ihr eigenes Land…

    Ich habe den Bürgerkrieg in Tadschikistan erlebt. Ich kann ihn mir mehr oder weniger mit der Suche nach „Identität“ oder Nationalismus der Tadschiken, eventuell auch mit anderer Religion erklären. Ich bin selbst Russin, meine Großeltern von väterlicher Seite kommen aus Sibirien, die von mütterlicher Seite aus Stavropol. Meine Eltern wurden Ende 40-er Jahre in Tadschikistan geboren. Bis zu meinem 12en Geburtstag war ich ein glückliches Kind, danach brach der Krieg aus. Im Jahre 2014 verließ meine Familie Duschanbe (Hauptstand Tadschikistans) und ging nach Moskau.

    Ich möchte Ihnen einen Link schicken.

    Das ist ein kleiner Post von einem Blogger aus Donezk. Wenn Sie die Übersetzung brauchen, kann ich gerne machen. Es handelt sich in diesem Video um die Chronologie einiger aber nicht allen Luftangriffen der ukrainischen Luftwaffe auf die Städte der Ostukraine in 2014 und seine persönlichen Überlegungen darüber, was aus Menschen geworden ist, dass man bereit ist, auf die Stadt, wo deine Mutter lebt, zu schießen.

    • 6:58 – 26. Mai 2014 Donezk
    • 7:26 – 2. Juni 2014 Lugansk, Stadtzentrum
    • 8:40 – 2. Juli 2014 Umgebung Lugansk
    • 9:50 – 15. Juli 2014, Snezhnoe
    • 12:30 – 3. August 2014, Segres, Strand, 13 Tote, vor allem Kinder

    Vielleicht haben sie (Europäer) keine Ahnung über diese Ereignisse? Wenn aber europäische Politiker darüber wissen (und sie müssen es eingeltlich wissen) und fortsetzten ukrainischer Regierung Unterstützung zu leisten, „Revolution der Würde“ zu verteidigen, heutige Anarchie in der Ukraine zu rechtfertigen, dann kann ich leider keine Worte mehr finden.

    Jeder weiß, dass Russland der Ostukraine hilft mit: Geld, Lebensmittel, Baumaterialen, Medikamente etc. und auch Waffen bestimmt. Jedem ist klar, dass da Militärangehörige oder eher Militärdienstleister vorhanden sind, genau so wie europäische oder amerikanische in der Ukraine. Aber wenn ich sehe, wie die Städte in 2014 in der Ostukraine bombardiert wurden, dass viele Kinder und Frauen, also Zivilbevölkerung dabei ums Leben kamen, habe ich auch Verständnis dafür, dass die Ostukraine auch mit Waffen unterstützt wird. Die Leute in DHR und LNR verteidigen ihr eigenes Land und Familien. Sie gehen nicht weiter nach Kiew oder sonst wohin. Es muss eine politische Lösung dieses Konfliktes gefunden werden.

    Was Krim angeht: ich kann die Vorgehensweise Russlands völkerrechtlich nicht bewerten. Ich kann aber aus meiner eigenen Perspektive sagen: Ich bin wie ich schon beschrieben habe, nicht in Russland, sondern in Tadschikischer SSR im 1979 geboren, nach dem Zerfall der Sowjetunion wurden wir – Russen, Ukrainer, Juden, Koreaner, Deutsche etc.- aus dem Land vertrieben. Es gab Morde und Vergewaltigungen, auch in der Hauptstadt, obwohl wirkliche Auseinandersetzungen eher außerhalb passierten. Genau so wie jetzt in der Ukraine wurden Russen gehasst. Ich habe selber einiges erlebt. Und wenn damals eine Chance gäbe sich in einem Referendum auszusprechen und sich damit an die Russische Föderation anschließen zu lassen, würde ich es tun. Auf der Krim spielt auch geopolitische Interesse Russlands große Rolle, aber von dem Willen der Bevölkerung dürfen wir auch nicht schweigen.

    Sie haben mich in Ihrer E-Mail gefragt, wie so ein Film (Putin vs. USA) auf mich in Moskau wirkt. Ehrlich gesagt, habe ich diesen Film noch nicht bis zur Ende sehen können. Aber allgemein, wie die Berichterstattung in Deutschland bzw. Amerika über Russland auf mich wirkt, kann ich schon sagen. Ich finde, es ist eine überdimensionale Heuchelei, es grenzt schon an Idiotismus.

    Ich möchte mich für Ihre Arbeit bedanken. Es ist sehr wichtig, was Sie machen. Weiter so!

    Mit freundlichen Grüßen aus Moskau

    P.S.: Sorry für Fehler.

    Ich habe noch ein paar Überlegungen, die eventuell für mögliche Veröffentlichung wert sind.

    Wer ist für den Krieg in der Ostukraine verantwortlich? Wir alle.

    Ehemaliger Präsident der Ukraine, weil nur er als Staatsoberhaupt (mit anderen staatlichen Organen) für die Legitimation für die Niederschlagung der bewaffneten Aufstand verfügte. Anscheinend war er nicht in der Lage die Gewaltmonopol des Staates zu verwenden, d.h. militarisierte Staatsstrukturen waren nicht mehr auf seiner Seite.

    Medien (und gleich die Oliganchen, weil sie besitzen die Medien) in der Ukraine, die das Volk zum Massenmeeting auf den Maidan mit dem Slogan „für europäische Integration und europäische Werte“ riefen. Dabei haben genaue diese Medien über die Massaker an Spezialeinheit des Innenministeriums „Berkut“ verschwiegen. Die Bevölkerung weiß nach wie vor nicht, wer die Scharfschützen waren, die beide Seiten der Demonstrationen beschossen haben. Die Intergration der Ukraine in die EU ist eine Fiktion, weder EU noch Ukraine waren bereit diese Integration durchzuführen. Europäische Werte – was ist das eigentlich, worin unterscheiden sich europäische Werte von den menschlichen Werten überall in der Welt? Meines Erachtens ist es auch nur Demagogie und Manipulation.

    Amerikanische und europäische Politiker, die auf dem Maidan präsent waren und die sogenannte „Revolution der Würde“ untertützt haben. Erstens, was haben sie überhaupt dort zu suchen? und Zweitens, was wurde aus der Vereinbarung zwischen Janukowitsch und der Opposition, wo deutsche, französiche und polnische Seite als Garanten deren auftraten?

    Ausländische, vor allem amerikanische Geheimdienste, die sich im Geheimdienstgebäude in Kiew als Zuhause fühlten und nach wie vor fühlen. Zwei ukrainische Generale, die sich weigerten Geheimakten aus den Archiven den Ausländer zu zeigen, sitzen jetzt im Gefängnis: General-Major Alexander Tschschjogolew (Щёголев) und General Wladimir Bik. Hier mehr darüber: Политзаключенные Украины | Internetseite des Zentrums für Meinungsfreiheit, wo sehr viele Materialen über politischen Gefangene in der Ukraine auch in Englisch vorhanden sind.

    Akteure aus Russland, ob es Regierungskreise, Geheimdienste oder patriotische Kräfte waren, die sich auch in den Konflikt eingemischt haben.

    Mainstreammedien in Amerika und Europa, die nach wie vor blind wie Maulwürfe sind und nicht zugeben wollen, dass es doch nicht so schmackhaft, bund, schön und sonnig auf den Maidan war und dass genau diese Ereignisse zu den Staatsstreich und später zu den Krieg gefürt haben.

    Poroschenko, der heutige Präsident, der eingentlich nur gewählt wurde (übrigens verfassungswidrig), weil er seiner Bevölkerung versprochen hat, den Krieg zu beenden.
    Präsident, der zur verfassungswidrigen Mobilisierung gerufen hat, obwohl der Krieg offiziell nicht erklärt wurde, d.h. Tausende von Ukrainer sind im unerklärten Krieg gestorben. Ukrainische Oligarchen, die Bataillons gegründet haben und weiter finanziell unterstützen.

    Menschen, die sich manipulieren lassen und radikal handeln. Menschen, die hinwegsehen, solange es sie persönlich nicht betrifft.

    Mehrere Journalisten, Politiker und anderen öffenlichen Personen wurden getötet, sind auf dem Land geflohen oder sitzten im Gefängnis: z.B. zwei Journalisten Vasilez und Timonin, die für die „Informationsunterstützung der Terrororganisationen in Donbass“, obwohl DNR und LNR bei nirgendeinem Gericht in der Ukraine oder internationall als Terroristen/terroristische Organisationen erklärt wurden, im September 2017 für 9 Jahre verurteilt worden, 4 Jahre sitzten sie schon im Gefängnis.

    Bei allen oben genannten Kräften, egal welchen Ausmaß der Verantwortung sie tragen, muss man nach deren Zielen fragen. Dann wird einiges klarer.

    Was allerdings die Hoffnung bringt ist, dass sich jetzt mehr und mehr Menschen in der Ukraine im Fernsehen und Internet öffentlich außern und versuchen, konstruktiv und objektiv über die Ereignisse zu reden. Es finden sogar Livedisskussionen im Youtube statt, wo ehemalige und heutige Soldaten von beiden Seiten miteinander reden – sozusagen von unten organisierte Friedensbewegungen. Es gibt sehr viele Menschen aus der ganzen Welt, die ostukrainische Bevölkerung mit Medikamenten, Lebensmittel oder Geld unterstützen.

    Wie bricht der Bürgerkrieg aus? In jedem Land gibt es Unzufriedene. Zuerst müssen diese Unzufriedene im Inland, aber öffters aus Ausland, unterstützt werden: medial, finanziell, ideologisch etc. Erst dann, wenn diese Gruppe stark genug wird und eine Gefahrt für die Macht darstellt, finden sich andere Kräfte, im Inland, aber öffters im Ausland, die die Gegenseite mediall, finanziell, ideologisch etc. unterstützen. Wenn klar wird, dass diese beide (manchmal auch mehrere) Kräfte nicht in der Lage sind, politische Lösung zu finden und Kompromiss einzugehen, kommt es zu blutigen Auseinandersetzungen.

    Für mich ist eins eindeutig, zwei slawische Völker (eigentlich kann man sie als ein Volk betrachten) wurden gegeneinander aufgehetzt. Ich habe Verwandte sowie in der Ukraine als auch in Weißrussland. Es gibt Millionen solche Familien wie meine. Wem nützt das? Weiß ich nicht. Traurig und tragisch ist das alles.

    Mit herzlichen Grüßen aus Moskau

    (Der Name unserer Leserin aus Moskau ist der Redaktion bekannt, sie bat aber, diesen nicht zu veröffentlichen. Dieser Bitte sind wir aus für uns verständlichen Gründen nachgekommen. Anm. Moritz Müller)

  5. Friedliche und fröhliche Grüße von den 75 Jahr Feiern der Beendigung der Schlacht von Stalingrad. Leider wurde dieser Gedenktag in Deutschland weitgehend totgeschwiegen bzw. verfälscht.ICH feiere und freue mich hier mit den Russen, da auch unser Land heute ohne diesen Sieg nicht das hätte werden können, was es ist.

    Спасибо за эту победу! Danke für diesen Sieg!

    Leider fand sich aus Deutschland kein Staatsgast, kein Regierungs-Politiker ein, der bereit war, den über 20 Millionen sowjetischen Opfern des deutschen Vernichtungskrieges zu gedenken. Es begann schon rund 1 Woche zuvor damit, dass die Bundesregierung jedes Stalingrad- und Opfer-Gedenken verweigerte, dass sie sogar die Nazi-Verbrechen und den Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der LINKEN als nur in Einzelfällen verbrecherisch relativiert: keine einzige eigene Gedenkveranstaltung oder Teilnahme an russischen Feierlichkeiten!

    sevimdagdelen.de – Sieg bei Stalingrad – kein deutsches Thema

    Ich fürchte, diese Regierung würde heute selbst den Holocaust verleugnen, wenn die Opfer nur Russen gewesen wären.

    Immerhin vier Linke-Bundestagsangeordnete Heike Hänsel, Zaklin Nastic, Alexander Neu und Stefan Liebich sowie eine Sozialdemokratin, Barbara Ludwig, wollten der Toten von Stalingrad gedenken und würdigten den Anlass:

    Dietmar Bartsch: „Denn es war kein „normaler“ Krieg, es war ein deutscher Angriffs- und Vernichtungskrieg, der alle bis dahin gekannten Rechts- und Zivilisationsstandards außer Kraft setzte, der ca. 27 Millionen Tote in der Sowjetunion forderte. Auch deswegen ist eine Delegation der Linksfraktion zum 75. Jahrestag des Sieges der Roten Armee nach Wolgograd gereist, um an den örtlichen Feierlichkeiten teilzunehmen.“

    Dietmar Bartsch: Stalingrad: Gedenken und Verpflichtung

    kn-online.de – Deutschland verzichtet auf Gedenken

    In unseren Leitmedien fehlte leider ebenfalls jede Erinnerung an bzw. Würdigung der sowjetischen Opfer des rassenideologischen Vernichtungskrieges. In der Berichterstattung wird so getan, als hätte sich Stalingrad „ereignet“, als hätte es stattgefunden wie eine Naturkatastrophe. Es wird verleugnet, dass Deutschland das Leid nach Russland brachte, um die „jüdisch-bolschewistischen Untermenschen“ zu vernichten oder zu versklaven. Und ich frage mich, wieso die heutige Bundesrepublik keine Verpflichtung gegenüber Russland zu haben glaubt. Ich lebe im ehemaligen Stalingrad und bin immer wieder berührt, wie versöhnlich und ohne jeden Groll und Hass die Menschen in dem Opferland Russland mit mir als Deutschen umgehen. Stattdessen höre ich aus dem Täterland Deutschland ständig Groll und Hass gegen Russland.

    Schlimm genug, aber anscheinend noch nicht ausreichend: Statt Opfergedenken gab es bei ARD, ZDF, SPON & Co. wieder nur anti-russische Stereotypen und propagandistische Angriffe über angeblich zunehmenden Nationalismus und Militarismus, über angeblich fehlendes Opfergedenken.

    Tagesschau: Militärparade zum Gedenken an Stalingrad

    Da wird ernsthaft gefragt, warum Russland diesen Jahrestag begeht, und Sönke Neitzel, Historisches Institut der Universität Potsdam, hetzt und verfälscht ohne Ende. Von martialischen Militärparaden ist die Rede, und da wird ernsthaft thematisiert, warum die Verbrechens Stalins (!) in Russland nicht aufgearbeitet werden.

    Kein anständiger Mensch sollte am Tag der Befreiung von Auschwitz den Holocaust, die Verbrechen der Nazis, mit denen Netanjahus an den Palästinensern relativieren!

    Kein anständiger Mensch sollte am Tag der Beendigung der Schlacht von Stalingrad, die Nazi-Verbrechen, den deutschen Vernichtungsfeldzug gegen die jüdisch-bolschewistischen Untermenschen mit über 20 Millionen Todesopfern, mit Stalins Verbrechen relativieren!

    Für die Opfer stalinistischer, sowjetischer Verbrechen gibt es in RUSSLAND einen anderen, eigenen Tag und speziellen Ort des Gedenkens.

    „Je weiter der Sieg zurückliegt, desto mächtiger scheinen die Paraden. Kampfjets donnern über den „Platz der gefallenen Kämpfer“. … „Wir zeigen, was wir können“

    Unter Präsident Wladimir Putin ist das staatliche Gedenken immer militärischer geworden.

    Veteran Aleksander Kolotuschkin, 91 Jahre, hätte gern, dass seine Stadt für immer Stalingrad hieße, nicht nur an Tagen des Sieges.

    …. Vernichtung von Hunderttausenden Menschen in den Gulags

    „Wenn eine Staatsmacht nichts vorweisen kann“, sagt Galina Boldyrewa, Politikerin der oppositionellen Jabloko-Partei, „dann nimmt sie den Sieg, um zu zeigen, wie großartig die Lage ist. Den Sieg an sich kann ja keiner bezweifeln.“

    derstandard.at – Rückkehr nach Stalingrad nach 75 Jahren

    „Je weiter der Sieg zurückliegt, desto größer und pompöser werden die Paraden“

    „Das zeigt zwei Tendenzen an: Erstens gibt es in der jüngeren Vergangenheit wenig zu feiern für die Russen. Zweitens deuten sie auf die zunehmende Militarisierung der russischen Gesellschaft hin.“

    Wenn Frankreich den Sturm auf die Bastille jährlich mit einer ebenso großen Militärparade begeht, ist es für die deutschen Medien was? Folklore? Wenn Russland seinen militärischen Sieg bei Stalingrad, im 2. Weltkrieg AUCH mit einer Militärparade begeht, ist es für die deutschen Medien zunehmender Nationalismus und Militarismus!

    Die ganze Woche über gab es mehr als 200 verschiede Veranstaltungen zum 75-jährigen Jubiläum des Sieges in der Schlacht von Stalingrad, neben der Militärparade Konzerte, eine Lasershows, ein Feuerwerk, Lesungen von Gedichten und Briefen über den Krieg, interaktive Ausstellungen, Videoinstallationen, Kranz- und Blumenniederlegungen, Veteranen-Ehrungen, Empfänge, … auch der russische Präsident Wladimir Putin kam. Auf dem Mamajew-Hügel legte er einen Kranz an der Ewigen Flamme nieder und Blumen am Grab von Veteranen, traf sich mit Schülern. Dann besuchte der Präsident ein Gala-Konzert. Hier gratulierte er den Veteranen zum Sieg und besuchte noch das interaktive Historische Museum. An der angeblich so zentralen und wichtigen Militärparade nahm Putin übrigens NICHT teil.

    Der Vorwurf deutscher Medien über angeblich zunehmenden russischen Militarismus hat erkennbar System und wird jährlich immer wieder propagandistisch und verfälschend erneuert. Während in Wolgograd am Tag des Sieges aber kaum 20.000 Menschen die Militärparade besuchen, sind es immer 100-200.000 Menschen, die am sog. Besmertni Polk teilnehmen oder zusehen, einer russischen Graswurzelbewegung, bei der Familien die Bilder ihrer Vorfahren friedlich und singend durch die Stadt tragen, und so ihrer Opfer feierlich gedenken. In ganz Russland tun das mittlerweile 5-10 Millionen Menschen. Diese feierlichen und friedlichen Bilder werden in den deutschen Medien aber permanent versteckt, dafür die der Militärparaden ins Zentrum gerückt.

    Auf der Basis der eigenen, verengten Berichterstattung lässt sich dann sogar wie im Handelsblatt oder im Standard völlig wirklichkeitsverleugnend behaupten:

    „Die Opfer geraten bei den jetzigen Feierlichkeiten aber in den Hintergrund.“

    Eine unfassbare Groteske, wenn man sich das Veranstaltungsprogramm oder das Besuchsprogramm Putins anschaut, oder die Feierlichkeiten selbst erlebt hat.

    Es ist unfassbar das sich ausgerechnet Deutschland, dass sich jedem offiziellen Gedenkens an die über 20 Millionen sowjetischen Opfer des deutschen Vernichtungskrieges verweigert, erhebt, um über fehlendes russisches Opfergedenkens zu klagen.

    Nawalny-Märchen

    Пушкинская с высоты птичьего полета. Фото: @varlamovhttps://t.co/WpqmPDz8De pic.twitter.com/PEfypMvxNW

    — МБХ Медиа (@MBKhMedia) 28. Januar 2018

    Kaum eine Woche zuvor wurde von unseren Leitmedien mal wieder ausführlich und zentral das Nawalny-Märchen hochgekocht: Russland verböte friedliche Demonstrationen und verhafte harmlose Demonstranten.

    Zunächst einmal finde ich es schon sehr bemerkenswert, wenn landesweite Demonstrationen von insgesamt kaum mehr als 5.000-10.000 Russen es in die deutschen Hauptnachrichten und die Top-Schlagzeilen von SPON & Co. schaffen.

    Was ist aber tatsächlich in Moskau / Piter passiert? In 90 anderen Städten fanden die Demos wie gewünscht statt.

    Nawalnys Antrag, mal wieder an der Tverskaya, Ecke Pushkin Monument demonstrieren zu wollen, wurde von der Stadtverwaltung nicht genehmigt: Und das aus gutem Grund: Eine 10-spurige Hauptverkehrstrasse, einen Kilometer vom Roten Platz entfernt, zu sperren bzw. die Fußgänger mindestens umleiten zu müssen. Für mich ist diese Entscheidung nicht nur absolut nachvollziehbar, sondern sogar geboten, da man wegen der 500-1.000 Menschen kaum eine Hauptverkehrsachse Moskaus sperren kann, wo jede Minute mehr Menschen passieren, als es überhaupt Demonstranten gegeben hat. Und dennoch und trotz Verkehrsgefährdung hat die Polizei diese Demonstration nicht einmal aufgelöst.

    Die Stadtverwaltung hatte Nawalny 3 Alternativen angeboten, u.a. Sokolniki Park. Das hat Nawalny aber abgelehnt, sie waren ihm nicht zentral und wichtig genug. Also bestand er auf seinen zentralen Ort. Und rief mal wieder zu einer seiner, von ihm selbst bewusst so gewollten, nicht genehmigten Demos auf. Das letzte Mal ließ er auch auf der Tverskaja demonstrieren, als dort 1 Millionen Menschen den Nationalfeiertag festlich begingen, und sorgte so für die gewünschten Propaganda-Bilder festgenommener Demonstranten.

    Unsere deutschen Leitmedien überschlagen sich also wieder einmal, wenn über Russland verteilt in rund 100 Orten insgesamt 5.000-10.000 Menschen gegen Putin demonstrieren. Dabei schrecken sie wieder nicht davor zurück, von Demo-Verboten bzw. willkürlichen Verhaftungen zu sprechen – weil das ohnehin in Deutschland niemand überprüfen kann.

    M.S.