Drama in Berlin

15-02-18 12:28:00,

von Jens Lehrich

Ein neuer Skandal erschüttert die Bundeshauptstadt. Wie jetzt bekannt wurde, hat der Berliner Kultursenator Klaus L. Wähler und Kollegen seit vielen Jahren hinters Licht geführt. Der linke Politiker wurde dabei erwischt, wie er einen Eintrag auf seiner Facebook Seite ausschließlich mit Fingern der rechten Hand tippte.

Wie Zeugen berichteten, soll die linke Hand dabei völlig unbeteiligt auf dem Schreibtisch gelegen haben. L.s Pressesprecher sagte auf einer eilig einberufenen Pressekonferenz, sein Chef sei dennoch bei vollem Bewusstsein gewesen, als er den Beitrag gegen Ken Jebsen verfasst habe. Warum seine linke Hand dabei nicht zum Einsatz kam, soll umgehend von einem linken Untersuchungsausschuss unter der Leitung eines weiteren Rechtshänders mit leichter rechts-links Schwäche geklärt werden.

Klaus L. war in der Vergangenheit schon mehrfach dadurch aufgefallen, dass er links und rechts verwechselte – Zitat des Kultursenators aus einem Interview mit dem Spiegel von vor einem Jahr: „Links ist da, wo der Daumen links ist“.

Zurück zu den Tatsachen.

Der Journalist und Medienmacher Ken Jebsen sollte am 14. Dezember im Berliner Babylon-Kino den Karlspreis der Neuen Rheinischen Zeitung für seinen mutigen Journalismus überreicht bekommen. Klaus L. jedoch, der bisher in seinem Leben nur die kleinen Preise vom Lebensmittel Discounter Plus überreicht bekommt hat, konnte dies unter dem Einsatz modernster Kommunikationsmethoden verhindern. Insgesamt 400.000 Euro wollte er nun künftig für die Stadt Berlin einsparen, wenn das Babylon-Kino seiner Bitte, die Veranstaltung mit Jebsen abzusagen, nicht entspräche. (Der genaue Wortlaut des Gesprächs mit den Babylon-Betreibern lag der Redaktion bis Redaktionsschluss leider nicht vor.) Kommentare kamen sogleich auch von prominenten Weggefährten wie dem legendären Kaufhauserpresser Arno Funke, der in einem ersten Statement Klaus L. für seine professionelle Vorgehensweise lobte.

Klaus L. will aber selbst nichts davon wissen, die Betreiber des Babylon-Kinos womöglich erpresst zu haben. Er habe im Sinne der Demokratie gehandelt, um Schaden vom Deutschen Volke abzuwenden. Jebsen sei schließlich in der Vergangenheit immer wieder durch rechte beziehungsweise linke, also rechtslinke oder linksrechte – also so genau wisse er das auch nicht – aber in jedem Fall durch Äußerungen in Erscheinung getreten, die man ihm zwar nicht konkret nachweisen könne, aber auch nicht müsse, denn den Personen, mit denen er Kontakt gehabt haben könnte, müsste man unterstellen, sie wären zu weit rechts oder zu weit links,

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