Kryptowährung “Petro”: Das Versuchsfeld Venezuela? | www.konjunktion.info

26-02-18 08:32:00,

Als 2014 der Ölpreis einbrach, begann der “Leidensweg” Venezuelas. Seitdem haben die internationalen Geldgeber die Kreditvergabe eingestellt, hat die Regierung in Caracas die eigene Währung massiv entwertet, um die Haushaltsdefizite “bezahlen” zu können, hat die Inflation im südamerikanischen Land fast Weimarsche Verhältnisse angenommen und hat Caracas einige auf US-Dollar lautende und fällige Staatsanleihen nicht zurück bezahlt.

Das Ergebnis: Venezuela im freien Fall.

Chaos, Aufruhr, Unruhen und Verzweiflung. So sehr, dass die Einwohner sogar die Zootiere aufessen, um überleben zu können.

Ein weiteres Ergebnis des Zusammenbruchs des Landes ist, dass sich die Menschen von der eigenen Währung, dem Bolivar abwenden. Sie wenden sich aber auch ab vom überteuerten US-Dollar, der bislang als präferierte Tauschwährung in Venezuela galt.

Und ab diesem Punkt wird es nun interessant. Denn die Venezolaner sahen nicht Gold, Silber oder andere Edelmetalle als Rettungshort an, sondern Bitcoin. Die Menschen in Venezuela, die für Essen, Kleidung oder Medizin astronomische Preise zu zahlen haben, wanden sich bewusst und gezielt einem anderen “Strohhalm” zu. Und dies aus einem bestimmten Grund. Während alle anderen Preise in Folge der obigen Gründe explodierten, blieb eines weiterhin im Preis stabil: Elektrizität. Strom kostet so gut wie nichts in Venezuela, da er von der sozialistischen Regierung subventioniert wird. Und was ist logischer als bei Stromkosten Nahe Null mit dem Bitcoin-Mining zu beginnen.

Daher sind Tausende Venezolaner zu Kryptominern geworden – just zu jenem Zeitpunkt als die Preise der digitalen Währung nach oben schoß. Bis zu 500 US-Dollar im Monat konnten damit generiert werden – ein halbes Vermögen zu Beginn des Jahres 2017 und auch heute noch für die meisten Venezolaner.

Nicht gerade überraschend, reagierte die Regierung in Caracas auf diese Entwicklung. Sie reagierte, so wie es alle tyrannischen Regierungen tun, wenn eine Gefahr für die eigene Machtstellung erwächst: die venezolanische Regierung ging in Form von Verhaftungen und Gerichtsprozessen gegen die Kryptominer vor. Und vor Kurzem wurde ein nationales Register für alle Kryptominer eingeführt, das – wie man sich leicht vorstellen kann – von denjenigen nicht gerade ernst genommen wird, die eine zentralbanklose, dezentrale Online-Währung aufbauen wollen.

Aber damit hat die Regierung in Caracas noch nicht alle Köcher verschossen. Ganz im Sinne des klassischen “Kannst Du sie nicht vernichten,

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