Russland erschrocken über US-Strategie der nuklearen Vergeltung von Cyberangriffen – www.NachDenkSeiten.de

27-02-18 05:23:00,

27. Februar 2018 um 8:43 Uhr | Verantwortlich:

Russland erschrocken über US-Strategie der nuklearen Vergeltung von Cyberangriffen

Veröffentlicht in: Außen- und Sicherheitspolitik, Audio-Podcast, Strategien der Meinungsmache

Die neue US-Strategie der nuklearen Vergeltungsschläge gegen Cyberangriffe gibt Anlass zur Besorgnis, da Russland behauptet, dass es bereits für eine False-Flag-Cyberattacke verantwortlich gemacht wurde, nämlich für die angeblichen Hackerangriffe während der Wahl 2016, erklären Ray McGovern und William Binney. Von Ray McGovern und William Binney, aus dem Englischen von Josefa Zimmermann.

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Moskau zeigt verständliche Besorgnis über die Herabsetzung der Schwelle für den Einsatz von Atomwaffen auch als Vergeltungsmaßnahme gegen Cyberattacken, eine Änderung, die am 2. Februar im US Nuclear Posture Review (NPR) veröffentlicht wurde.

Die NPR erklärt die Veränderung der US-Erstschlagsdoktrin mit dem Verweis auf die Bemühungen potenzieller Gegner, “Cyberwaffen zu entwickeln und einzusetzen” und beschreibt die Änderung als “Absicherung” gegen nichtnukleare Bedrohungen. Als Reaktion darauf beschreibt Russland den Schritt als einen “Versuch, die eigene Verantwortung“ für die verschlechterte Sicherheitslage „anderen zuzuschieben”.

Moskaus Besorgnis geht über die Rhetorik hinaus. Bei Cyberattacken sind die wirklichen Täter bekanntlich schwer zu ermitteln und man kann sie leicht anderen in die Schuhe schieben. Diese werden dann False-Flag-Operationen genannt. Sie können sich nicht nur im strategischen Kontext, sondern auch im politischen Bereich hochgradig destabilisierend auswirken.

Der russische Präsident Wladimir Putin hat gute Gründe zu glauben, dass er das Ziel eines politischen Angriffs unter falscher Flagge war. Nach unserer Auffassung war dies vor anderthalb Jahren der Fall, wie wir damals bereits schrieben. Unsere Einschätzung wurde im vergangenen Sommer bekräftigt – dank forensischer Beweise, durch die die Vorwürfe, die Russen hätten einen Hackerangriff auf das Demokratische Nationalkomitee durchgeführt und E-Mails an WikiLeaks weitergegeben, in Zweifel gezogen wurden. (Seltsamerweise lehnte das FBI forensische Untersuchungen ab, obwohl der „russische Hackerangriff“ als “Krieghandlung” bezeichnet wurde.)

Unsere Schlussfolgerungen beruhen auf einer mehrmonatigen Untersuchung durch erfahrene Spezialisten, darunter ein ehemaliger Technischer Direktor der NSA (abgesehen davon auch Co-Autor Binney), sowie Experten von außerhalb der Geheimdienste.

Am 9. August 2017 fasste der investigative Reporter Patrick Lawrence unsere Ergebnisse in The Nation zusammen.

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