Grün verpackte Nato-Meinungsmache und die Herausforderungen unserer Zeit | KenFM.de

28-02-18 03:07:00,

von Bernhard Trautvetter.

In unseren Zeiten, in denen ein System auf der Erde wütet, das alles andere als zukunftsfähig ist, braucht die Menschheit im großen internationalen Rahmen und in allen noch so klein erscheinenden Handlungsbezügen einen weiten Blick über das eigene Gesichtsfeld und über den Augenblick hinaus. Das betrifft die Alternative Solidarität und Zusammenwirken beim Abwenden der Zukunftsgefährdungen oder Barbarei mit eventuell finalen Folgen für die Zivilisation.

Was international gebraucht wird, braucht seine Entsprechungen in allen Horizonten unterhalb der internationalen Ebenen bis in unseren heutigen Alltag. Wer sich dafür einsetzt, kann mit dazu beitragen, dass die Zukunftsgefährdungen abgewendet werden.

Leider greifen genau in der unsrigen Zeit Hass, Nationalismus und Rassismus um sich. Und leider verbreiten sich auch Militarismus, Konkurrenzdenken, Ohnmacht und Alltagsgewalt. In der Lage haben alle VerantwortungsträgerInnen in den alternativen Spektren die Verantwortung, friedliche Problem- und Konfliktlösungen zu verbreiten, zu unterstützen und immer erst einmal einfach zu versuchen.

Leider geschieht derartiges nicht immer, wie die unsäglichen Querfront-Verdächtigungen auch in Spektren, die sich im Bereich der politischen Linken einordnen, zeigen. Auch in der „Grünen-Partei“, die 1980 als „Kind der Vereinigung von Umwelt- und Friedensbewegung“ aus der Taufe gehoben wurde, ist schon lange – spätestens seit dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der Nato ein Ungeist verbreitet, der die Überlebenskräfte der Menschen und der Menschheit lähmt. Ein trauriges Beispiel dafür ist aktuell der am 22.2.2018 erschiene Gastbeitrag Omid Nouripours (Die Grünen/Bündnis 90) in der Frankfurter Rundschau (FR). Omid Nouripour rückte 2006 für Josef Fischer (der den Nato-Krieg gegen Jugoslawien mit verantwortet) in den Bundestag nach. Dort sammelte er Erfahrungen unter anderem in folgenden Ausschüssen: im Europa-, Haushalts- und Verteidigungs-Ausschuss sowie im Auswärtigen Ausschuss und im Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe. Sein aktueller FR-Beitrag steht für die Entwicklung einflussreichster Führungskräfte der Grünen hin zu einer im Sinne der Bundeswehr olivgrünen Umfärbung seiner Partei. Herr Nouripour meint darin, der Koalitionsvertrag kümmere „sich wenig um Außenpolitik“; das Vorwort zu seinem Text endet mit den Worten: „Dabei müssen wir mehr über Deutschlands internationale Rolle sprechen (…) Bürgerinnen und Bürgern müssen wir verdeutlichen, was notwendig ist für die Sicherheit unseres Landes.“

Herr Nouripour schreibt das, obwohl er z.B. diese ausgewählten Textstellen aus dem Vertrag selber kennt: „Deutschland wird auch künftig einen angemessenen Beitrag zum Erhalt der Abschreckungs- und Verteidigungsfähigkeit des Bündnisses und zu einer starken europäischen Verteidigung leisten.

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