„Ich möchte Fotos von ihren aufgespießten Köpfen sehen“ – Der mörderische Drohnen-Krieg der USA – eine Rezension – www.NachDenkSeiten.de

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1. März 2018 um 15:25 Uhr | Verantwortlich:

“Ich möchte Fotos von ihren aufgespießten Köpfen sehen” – Der mörderische Drohnen-Krieg der USA – eine Rezension

Veröffentlicht in: Militäreinsätze/Kriege, Rezensionen

Jeden Dienstag bekam der bei den Liberalen im Westen so hoch geschätzte US-Präsident und Friedensnobelpreisträger Barack Obama eine Todesliste vorgelegt, auf der er mit seiner Unterschrift die nächsten Drohnenangriffe genehmigte. In der großen Mehrzahl wurden und werden durch solche Drohnenangriffe friedliche Zivilisten getötet. Ein Vorgang, der in den westlichen Medien nur selten thematisiert wird. Deshalb empfiehlt Udo Brandes das Buch “Tod per Knopfdruck. Das wahre Ausmaß des US-Drohnen-Terrors oder Wie Mord zum Alltag werden konnte” von Emran Feroz. Hier sein Lektürebericht.

Stellen Sie sich vor, im Nachbarhaus Ihrer Wohnung lebt jemand, der vom CIA verdächtigt wird, Terrorist zu sein. Wohlgemerkt: Der verdächtigt wird, es aber nicht bewiesenermaßen ist. Aber aufgrund des Verdachtes – ohne Haftbefehl eines Staatsanwaltes, ohne Gerichtsverfahren, ohne Gerichtsurteil – wird von einer US-amerikanischen Drohne eine Rakete auf das Wohnhaus des vermeintlichen Terroristen abgeschossen. Wie ein prominenter deutscher Kabarettist es mal mit schwarzen Humor formulierte: Der vermeintliche Terrorist bekommt Anklageschrift, Urteilsverkündung und Hinrichtung mit einer einzigen Postzustellung. Die Rakete trifft aber nicht das angepeilte Wohnhaus, sondern das Mietshaus daneben. Alle 20 Menschen, die sich dort gerade aufhalten, werden durch die Rakete getötet. Stellen Sie sich weiter vor, dass Sie ununterbrochen mit solchen Angriffen rechnen müssen und schon etliche Mitglieder Ihrer Familie durch solche Raketenangriffe umgebracht wurden und deshalb die noch lebenden Familienmitglieder unter posttraumatischen Belastungsstörungen, Depressionen und Angstattacken leiden. Dann haben Sie eine Vorstellung davon, wie es sich in Afghanistan lebt – ein Land, das laut Definition der deutschen Bundesregierung ein “sicheres Herkunftsland” ist. Und es wird Ihnen dämmern, was geschehen müsste, damit endlich, wie schon so häufig politisch gefordert, die Fluchtursachen bekämpft werden – und dass wir davon meilenweit entfernt sind.

Wer das Buch des Journalisten Emran Feroz gelesen hat, der kann es eigentlich gar nicht fassen, dass unsere Medien sich einerseits auf jeden echten oder vermeintlichen Rechtsbruch der Putin-Regierung stürzen, aber die offensichtlichen Rechtsbrüche und Verbrechen, die die US-Regierungen mit ihren Drohnenangriffen begehen, selten bis gar nicht thematisieren. Da drängt sich einem doch geradezu die Frage auf: Warum wundern sich die Mainstreammedien bis heute darüber,

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