„Zeit ist das Statussymbol der jungen Generation“: Firma führt 30-Stunden-Woche ein

03-03-18 10:41:00,

Das österreichische Unternehmen eMagnetix hat im Jahr 2017 die 30-Stunden-Woche erprobt – und zwar bei einem 40-Stunden-Gehalt. Das Experiment war ein voller Erfolg. Dieses Jahr wird die 30-Stunden-Woche offiziell eingeführt. Sputnik hat mit eMagnetix über die Erfahrungen mit dem 6-Stunden-Tag gesprochen.

Es war im Februar 2016, als das Unternehmen eMagnetix sich auf die Suche nach neuen Mitarbeitern begab und eine unangenehme Erfahrung machen musste. Als Onlinemarketing-Agentur, die mit kreativen Mitteln im Netz Strategien entwickelt, um Besucher auf die Webseiten ihrer Kunden zu bringen, wäre zu erwarten gewesen, dass Firmen wie eMagnetix anziehend auf die junge Generation wirken würde. All die hippen Digital Natives da draußen!

Doch das Gegenteil war der Fall: Der erwartete Erfolg blieb ganz im Zeichen des Allerweltworts „Fachkräftemangel“ aus. Das Unternehmen habe „fast keine Bewerbungen bekommen“, berichtet Klaus Hochreiter, der Geschäftsführer der Online-Firma, gegenüber Sputnik.

„30 sind genug“ – auch für den Umsatz

Um ihre Strategie an den Zeitgeist anzupassen, habe die Firma Beispiele für Lösungen dieses Problems auf aller Welt angeschaut. Am Ende stand eine Strategie aus 20 verschiedenen Maßnahmen. Neben diversen Schritten zur Optimierung der Abläufe fiel dabei eine Maßnahme besonders auf: die Einführung der 30-Stunden-Woche. Anstatt Stellen zu kürzen, nachdem die Prozesse optimiert sind, beschloss das Unternehmen, den Mitarbeitern weiterhin ihre vollen 40 Stunden Lohn zu zahlen, sie aber nur noch 30 Stunden arbeiten zu lassen. Dabei nahm eMagnetix auch einen einstelligen Prozentsatz an Umsatzverlust in Kauf, ging dafür aber „auf die Bedürfnisse der Arbeitnehmer“ ein.

Zeit wird wichtiger als Geld

Denn wissenschaftlichen Studien zufolge haben sich diese Bedürfnisse gewandelt: „Die jüngeren Zielgruppen fordern ganz einfach eine Work-Life-Balance. Ihr Statussymbol ist nicht mehr Geld, sondern das Statussymbol der jungen Generation ist die Zeit. Und wenn ich mich nicht als Unternehmen auf diese Bedürfnisse einstelle, dann werde ich über kurz oder lang auch keine Mitarbeiter mehr finden“, erklärt Hochreiter.

Die Digitalisierung biete genau diese Möglichkeit: Nicht nur effizienter werden und höhere Gewinne einfahren, sondern auch einen Teil des Gewinns „als zusätzliche Freizeit“ an die Mitarbeiter zurückzugeben.

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Foto : eMagnetix

Die Vorteile der 30-Stunden-Woche für den Mitarbeiter auf einen Blick

Der Geschäftsführer nennt auch Beispiele: Ohne dass er von den Plänen des Unternehmens wusste, war ein Bewerber mit der Forderung aufgetreten,

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