Blockchain: Die Technik, die nicht vergessen kann

10-03-18 09:15:00,

Grafik: B140970324. Lizenz: CC BY-SA 4.0

Vom Führerscheinregister bis zum fälschungssicheren Wahlsystem – macht die Idee hinter der Kryptowährung Bitcoin Behörden überflüssig?

So mancher sieht in der Blockchain die nächste digitale Revolution nach dem Internet. Sicher ist, die Katze ist aus dem Sack und will unter keinen Umständen mehr zurück. Aber Vieles läuft noch wie ein Spiel ab – und die Möglichkeiten, welche die Blockchaintechnik bietet, sind noch lange nicht ausgeschöpft.

Eine Blockchain ist eine dezentrale Datenbank, die konstruktionsbedingt eine Sicherung gegen nachträgliche Manipulation enthält. Jeder neu an die Kette angefügte Block ist mit dem vorhergehenden Block verbunden und enthält die Historie in Form einer Prüfsumme des vorhergehenden Blocks. Neue Blöcke werden über ein Konsensverfahren geschaffen, validiert und anschließend an die Blockchain angehängt.

Als ursprüngliches Konsensverfahren kam hierbei die Proof-of-Work-Methode zu Anwendung. Grundlage für das Vertrauen zwischen den Beteiligten ist die Annahme, dass die längste Kette die echte ist, weil ihre Erstellung mit dem höchsten Aufwand verbunden war und alle kürzeren Ketten letztlich Fälschungen sein müssen.

Ein herausragender Vorteil der Blockchaintechnik besteht im Verzicht auf den sonst bei Transaktionen üblichen Intermediär, zumeist eine Bank oder ein Kreditkartendienstleister, die für ihre Leistungen bezahlt werden müssen. Die erste Implementierung fand eine öffentliche Blockchain unter dem Namen Bitcoin.

Bitcoin hatte vor zehn Jahren das Licht der Welt erblickt und war jahrelang ein Nischenprodukt, bis es sich zum Spekulationsobjekt entwickelte und sein Wert durch die Decke ging. Inzwischen gibt es über 3.000 Kryptowährungen, darunter auch zahlreiche Betrugsmodelle, die lediglich fleißig Geld einsammelten, jedoch nicht mehr zurücktauschten, sondern einfach verschwanden.

Blockchain ist mehr als nur eine Technik für Kryptowährungen

Auch wenn es derzeit mit Kryptowährungen noch möglich ist, Gelder zu überweisen und dabei anonym unter dem Horizont der Steuerbehörden zu segeln, werden diese auf kurz oder lang die Hand aufhalten und ihren Anteil an den Erträgen von Kryptowährungen fordern. Dies gilt umso eher, als inzwischen auch verschiedene Staaten eigene Kryptowährungen etablieren.

Ein Problem der Blockchain besteht bislang im Zeit- und Energieaufwand für die notwendigen Rechenschritte. Während in der Bitcoin-Welt täglich weltweit etwa 200.000 Transaktionen vorgenommen werden, werden allein in Deutschland täglich um die 60 Millionen Transaktionen in Form von Überweisungen und Lastschriften vorgenommen. Die Blockchaintechnik ist zwar die technische Basis für diese Kryptowährungen,

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