5G-Forschung: Staatliche Förderungen lassen auf sich warten

13-03-18 11:42:00,

Deutschland soll der Leitmarkt für 5G-Anwendungen werden, forderte bereits die letzte Bundesregierung. Sie knüpfte hohe Erwartungen an den kommenden Mobilfunkstandard und LTE-Nachfolger. Um diese Vorreiterrolle tatsächlich einnehmen zu können, brachte das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) entsprechende Forschungsinitiativen auf den Weg, unter anderem eine zur „Industrielle[n] Kommunikation der Zukunft“ im Rahmen des „IKT 2020“-Förderprogramms. Doch dieser mit rund 93 Millionen Euro ausgestattete Topf blieb zu einem großen Teil unangetastet, geht aus einer Antwort des BMBF auf eine Schriftliche Frage der grünen Bundestagsabgeordneten Katharina Dröge hervor.

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Im Zeitraum vom 1. September 2016 bis zum 28. Februar 2018 sind aus dem „IKT 2020“-Förderprogramm knapp zwölf Millionen Euro abgeflossen, mit denen Forschung und Entwicklung zum 5G-Standard unterstützt wurde. Im selben Zeitraum kamen noch 4,2 Millionen Euro aus anderen Förderprogrammen hinzu, unter anderem aus dem Bundeswirtschaftsministerium, die ebenfalls 5G zum Forschungsgegenstand hatten.

„Bei 5G setzt sich fort, was wir beim Breitbandausbau seit Jahren sehen“, sagte Katharina Dröge gegenüber netzpolitik.org. Auch hier hechle die Bundesregierung ihrer eigenen Zielsetzung hinterher. „So wird das nichts mit Deutschland als Vorreiter der Digitalisierung“, sagte Dröge.

Viele Projekte erst 2017 gestartet

Im BMBF will man diese Kritik so nicht stehen lassen. So seien viele Forschungsprojekte mit 5G-Bezug im Rahmen von „IKT 2020“ erst Anfang bis Mitte 2017 gestartet worden, mit einer in der Regel dreijährigen Projektlaufzeit, teilte uns ein BMBF-Sprecher mit. Für diese Projekte sei deshalb erst ein entsprechender Anteil an Fördermitteln ausgezahlt worden.

Zudem habe die Antwort auf die Schriftliche Frage nicht alle Förderaktivitäten enthalten, sondern sich nur auf solche beschränkt, die klar dem Thema 5G zuzuordnen gewesen seien. „Weitere Projekte im Umfeld der 5G-Aktivitäten (beispielsweise vorbereitende Maßnahmen wie der gesamte Forschungsschwerpunkt ‚Zuverlässige drahtlose Kommunikation in der Industrie‘) waren der Anfrage entsprechend nicht in der Antwort enthalten“, schrieb der Ministeriumssprecher.

Fast 100 Millionen für 5G-Forschung

Laut Ministerium sollen über den gesamten Zeitraum der Forschungsinitiative, der sich von 2015 bis 2020 erstreckt, mindestens 66 Millionen Euro ausgezahlt werden. „Aus dem Programm ‚IKT 2020‘, das auch die BMBF-Forschungsinitiative „Industrielle Kommunikation der Zukunft“ umfasst, sind ca. 93 Millionen Euro für Forschung und Entwicklung-Aktivitäten zu 5G bzw.

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