Tagesdosis 13.3.2018 – Giftgasmorde und Neuer Kalter Krieg (Podcast) | KenFM.de

13-03-18 12:29:00,

Ein Kommentar von Dirk Pohlmann

Der russische Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter Julia sind nach Angaben britischer Behörden mit einem militärischen Nervengift vom Typ „Nowitschok“, einer sowjetischen Entwicklungsreihe binärer Kampfstoffe aus den 70er und 80er Jahren, vergiftet worden. Binär bedeutet, dass das Nervengift aus zwei einzelnen Substanzen besteht, die für sich jeweils ungefährlich sind, zusammengemischt aber bereits in geringer Menge tödlich giftig.

Premierministerin Theresa May bezeichnete am Montagabend eine Täterschaft „Russlands“ als „sehr wahrscheinlich“. In den westlichen Medien wird aus Russland dann schnell „Putin war’s!“. Putin steht in Russland gerade zur Wiederwahl an, ein aussichtsreicher Konkurrent ist wegen seiner immensen Popularität nicht in Sicht.

Aber wie wahrscheinlich ist es, dass Russland und Putin hinter diesem Angriff stecken?

Zuerst einmal: welches Motiv hätte die russische Führung, einen Geheimdienstmord zu begehen?

Skripal, zuerst Agent des russischen Militärgeheimdienstes GRU, dann Doppelagent des MI6, hat Russland sehr großen Schaden zugefügt. Er hat über 300 russische Agenten an den Westen verraten.

Das hätte auch bei einem westlichen Verräter aus dem Geheimdienstmilieu für einen tödlichen „Verkehrsunfall“ ausgereicht. Es sterben ja, ähnlich wie in Russland, sogar Journalisten unter ungeklärten Umständen bei der Ausübung ihres Berufes, wenn sie den Aktivitäten von Geheimdienst und Militär zu nahe kommen.

So ist beispielsweise 1997 der TV-Journalist Allan Frankovich, der für die BBC die Gladio Geheimarmee in 3 Dokumentationen aufgedeckt hatte, den Lockerbie Absturz untersuchte und dabei war, den Tod Olof Palmes zu recherchieren, bei der Einreise in die USA im Alter von 56 Jahren im Flughafen von Houston tot zusammengebrochen. Und der US Journalist Michael Hastings, der durch seinen Bericht in „Rolling Stone“ den Rücktritt des ISAF Oberbefehlshabers McChrystal bewirkte, raste 2013 mit seinem Mercedes, der wie alle mit Elektronik vollgestopften Autos ferngesteuert werden konnte, wie ferngesteuert nachts in Miami mit Höchstgeschwindigkeit gegen eine Palme, woraufhin sein Auto drei mal explodierte. Autos explodieren nur in Filmen, in der Realität so gut wie nie. Hastings war dabei unterzutauchen, da er sich bedroht fühlte. Gary Webb, der in einer Artikelserie wahrheitsgemäß über den Verkauf von Crack durch die CIA in den USA im Rahmen der Iran-Contra-Affäre berichtete, damit den Pulitzer Preis gewann,

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