Die Iran-Manipulation

14-03-18 10:13:00,

Iranische Frauen haben nicht nur ein außergewöhnlich attraktives Aussehen, sondern sind auch sehr intelligent und mutig. In dem Buch „Women in Iran: Emerging voices in the women’s movement“ (1) finden wir die gleiche Unterscheidung wieder, auf die wir in der gesamten Politik gestoßen waren. Während eine Frauenbewegung, die das System des muslimischen Patriachats grundsätzlich in Frage stellt, hart verfolgt wird, gibt es eine lebhafte und wirkungsvolle Bewegung, die ihre „Freiheit unter dem Kopftuch“ erkämpft.

„Wir müssen unterscheiden zwischen Frauenbewegungen, die sich entscheiden, die Probleme innerhalb des herrschenden Systems zu heilen, (z.B. Beschränkungen in Bildung für Frauen oder das Sorgerecht) , und solchen, die beabsichtigen, die Geschlechterbeziehung grundsätzlich neu zu organisieren“ (2).

Das Buch beschreibt aber, dass es durchaus auch grundsätzliche Veränderungen durch Reformen innerhalb des Systems geben kann. Aber wissenschaftliche Arbeiten basieren fast immer auf Vergangenheitsdaten. Deshalb halte ich die Beschreibung der gegenwärtigen Situation und der Zukunftsaussichten für interessanter.

Interessant ist die Begründung von Dr. Hossein Pur, einem iranischen Arzt, der unter dem Schah-Regime nach Deutschland kam, hier studierte, als Urologe Karriere machte, seine Kinder groß zog und sich heute besonders für Mädchen im Iran einsetzt, warum er der Meinung ist, dass die Kopfbedeckung für die iranischen Frauen derzeit kein Thema ist, also das Thema insbesondere für das Ausland medienwirksam hochgeschaukelt wurde.

„Für die religiös Traditionellen ist das ohnehin kein Thema. Für die Intellektuellen ist das insofern kein Thema, da sie das Kopftuch halbherzig tragen, um das Problem auszuklammern, um die Freiheit zu bekommen ihre sonstigen Rechte durchzukämpfen. Sie haben diesbezüglich gute Erfahrung. Frauen, wie Masoume Ebtekar haben bisher einiges erreicht. Ihr Wort hätte bei den Radikalfundamentalisten keine Wirkung hinterlassen, wenn sie sich nur auf das Thema Kopftuch konzentriert hätte. Nur Frauen, die auf sich aufmerksam machen wollen, treten so auf. Ich war vom 13. bis zum 27. November 2017 in Iran. Die Kopftücher werden locker getragen. Sie rutschen immer mehr zurück. Einige Frauen tragen ein süßes Hütchen, um das Kopftuch zu ersparen, was im Winter opportun erscheint. Ob sie es auch im Sommer tragen würden, ist sehr fraglich.“ (3)

Mit anderen Worten: Wer eine drastische Abschaffung des Kopftuchs beziehungsweise Hijab, beziehungsweise Hidschabs in Deutsch, fordert, der kümmert sich nicht wirklich um die Gesellschaft, sondern nur um das Durchsetzen eines westlichen Dogmas. Wer auf der sofortigen Abschaffung besteht,

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