USA und China: Der Kampf um die Vorherrschaft im “Indo-Pazifik” | www.konjunktion.info

15-03-18 08:11:00,

Die US-amerikanischen Militärplaner und deren Lakaien beginnen gerade damit, ihre Nomenklatur zu verändern. Washington spricht zunehmend nicht mehr vom asiatisch-pazifischen Raum (Asia-Pacific), sondern von Indo-Pacific (indo-pazifischer Raum).

Was auf den ersten Blick, wie eine unbedeutende Änderung daher kommt, zeigt bei näherer Betrachtung durchaus weitgreifendere Folgen.

Rex Tillerson - Bildquelle: Wikipedia / Office of the President-elect, Creative Commons Attribution 4.0 InternationalRex Tillerson - Bildquelle: Wikipedia / Office of the President-elect, Creative Commons Attribution 4.0 International

Rex Tillerson – Bildquelle: Wikipedia / Office of the President-elect, Creative Commons Attribution 4.0 International

Der Ausdruck Indo-Pacific wurde erstmals im letzten Jahr vom – jetzt ehemaligen – US-Außenminister, Rex Tillerson, in seinen Remarks on ‘Defining Our Relationship With India for the Next Century (Bemerkungen zur ‘Definition unserer Beziehung zu Indien für das nächste Jahrhundert) verwendet. Bereits kurz darauf begannen die üblichen Propagandablätter im englischsprachigen Raum diese Bezeichnung zu übernehmen. Auch der Council on Foreign Relations “nahm sich des Begriffs an” – was sicherlich kein Zufall sein dürfte.

Als im vergangenen Jahr der US-Präsident Donald Trump seine Asienreise unternahm, ging ein Sprecher des Weißen Hauses in einem Interview mit der India Economic Times auf diese Wortschöpfung ein und stellt fest, dass es “die Bedeutung des Aufstiegs Indiens erfasst (captures the importance of India’s rise)”.

Sicherlich steckt hinter diesem neuen Narrativ ein Funken Wahrheit. Denn Indien ist eine aufsteigende Macht, die selbst China beim Wirtschaftswachstum überholt hat und wo die internationalen Investoren inzwischen Schlange stehen, um ihr Fiat-Geld einzubringen.

Aber sicherlich ist nicht allein der Aufstieg Indiens der einzige Grund, warum Washington plötzlich eine ganze, strategisch sehr wichtige Region umbenennt. Diese Änderung dürfte zuallererst damit zu tun haben, dass die USA ein starkes Interesse daran haben, Indien als Vasallen und potenziellen Gegner einzusetzen, um den weiteren Aufstieg einer anderen Macht zu verhindern: eben China.

Diese Einschätzung habe ich natürlich nicht exklusiv, denn Rex Tillerson ließ die Welt folgendes bei seinen (selbstreflektierend gemeinten?) Anmerkungen zu Indien wissen:

[…] die sehr internationale Ordnung, die Indiens Aufstieg – und das vieler anderer – begünstigt hat, gerät zunehmend unter Druck.

China ist, während es neben Indien an Bedeutung zunimmt, weniger verantwortungsbewusst und untergräbt manchmal die internationale, auf Regeln basierende Ordnung, obwohl Länder wie Indien in einem Rahmen agieren, der die Souveränität anderer Nationen schützt.

Chinas provokative Aktionen im Südchinesischen Meer stellen die internationalen Gesetze und Normen,

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