Der 60. Ostermarsch und der lange Atem der Friedensbewegung | KenFM.de

17-03-18 03:07:00,

von Bernhard Trautvetter.

Die Ostermärsche, die vom 31.3. an bundesweit für Frieden, Abrüstung, Verhandlungen, für ein friedliches Miteinander statt Rüstung, Waffenexport und Krieg demonstrieren, werden 60 Jahre alt. Sie wenden sich gegen die Nato-Politik, die die häufigsten und massivsten Völkerrechtsverbrechen seit dem Ende des Kalten Krieges zu verantworten hat.

Beim ersten Ostermarsch im April 1958 zogen ca. 10.000 KernwaffengegnerInnen unter dem Motto »Ban the bomb« (engl.: verbietet die Bomben) vom Londoner Trafalgar Square zum britischen Atomforschungszentrum Aldermaston. Sie forderten eine einseitige Abrüstung Großbritanniens, u. a. den Verzicht auf Kernwaffen.

Darauf folgten alljährlich Ostermärsche. Sie wurden die erste außerparlamentarische Massenbewegung in Westeuropa. Identifikationspersonen waren der britische Pazifist und Nobelpreisträger Bertrand Russell und die Göttinger Professoren und Nuklearwissenschaftler, die den Göttinger Appell verbreiteten – „Kampf dem Atomtod“. In der Bundesrepublik Deutschland wuchs die Zahl der Teilnehmer von rund 1.000 beim ersten offiziellen Ostermarsch auf zwischenzeitlich Hunderttausende.

Beim Ostermarsch 1968 in Berlin, der nach dem Attentat auf den Aktivisten der Studentenbewegung Rudi Dutschke zu einem Protest gegen antikommunistische Hetze – vor allem aus der Bild und anderen Springer-Medien – wurde, erlebte man an der Gedächtniskirche, wie Polizisten in Gruppen von DemonstrantInnen ritten. Wasserwerfer kamen am Café Kranzler zum Einsatz. In den Folgejahren gewann der Ostermarsch Zulauf von DemonstrantInnen, die gegen den Vietnamkrieg der USA demonstrierten.

Ab 1981 wuchs die Friedens- und damit die Ostermarschbewegung im Protest gegen US-amerikanischen, nuklear bewaffneten Mittelstreckenraketen, die in dreistelliger Zahl auch in Deutschland stationiert werden sollten – was verhindert werden konnte. 2003 nahm der Ostermarsch wieder an Stärke zu und demonstrierte gegen den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg verschiedener Nato-Staaten.

Die Forderungen der letzten 60 Jahre bleiben aktuell:
Die Bundeswehr beschreitet dieses Jahr durch die Anschaffung von laut Koalitionsvertrag „bewaffnungsfertigen Drohnen“1), die nächste Stufe hin zur Automatisierung und letztlich Autonomisierung des Krieges. Drohnen terrorisieren und traumatisieren Menschen in den Zielgebieten. Ihr Einsatz verletzt nicht nur Menschenrechte, da sie gezielte Tötungen ohne Gerichtsurteil zum offiziellen Ziel haben und da sie für Überfälle genutzt werden, gegen die es keine Kriegserklärung gibt, sie hebeln damit auch das Völkerrecht weiter aus.

Ab 2020 plant die Nato die Stationierung neuer Nuklearpotentiale, die als „gebrauchsfreudiger“ gelten.2) Damit das alles finanziert werden kann,

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