Der gläserne Bürger

17-03-18 12:20:00,

Ab 2010 hatte der Deutsche Bürger mehr Platz in seiner Geldbörse. Der neue Personalausweis wurde eingeführt, der im Gegensatz zu der unpraktischen Größe des Alten, in Kreditkarten-Form ausgegeben wurde. Nebst der Fingerabdruckfunktion, verfügte dieser auch über eine Onlinefunktion, die sogenannte eID. Mit ihr solle man die Möglichkeit haben, sich im Netz auszuweisen. Etwa bei Online-Amtsgängen und beim Einkaufen.

Die eID fand jedoch bei der Bevölkerung keinen großen Anklang. Bisher hat nur ein Drittel der Bürger diese Funktion freigeschaltet, und von denen wiederum haben gerade einmal 15 Prozent diese überhaupt genutzt.

Damit soll nun Schluss sein! Die eID soll nun verpflichtend eingeführt werden. Nach Informationen der BILD-Zeitung müsse der Bürger lediglich über die Sperr-Möglichkeiten per mitgegebenen Informationsmaterial aus dem Bürgeramt informiert werden.

Wow! Das ist ungefähr so, als hätte man nach dem Mauerbau die DDR-Bürger dadurch zu besänftigen versucht, indem man die Ostseite der Mauer mit Westberlin-Postern tapeziert.

Auf unseren Personalausweisen sind die Bilder biometrisch genormt. Das ist der Grund, warum wir auf diesen so dreinblicken, als hätten wir gerade sieben Tage Regenwetter hinter uns. Dieses biometrische Verfahren dient der elektronischen Gesichtserkennung, die mit der verbesserten Technik der Überwachungskamera korrespondiert. Nicht nur dies ermöglicht eine weltweite Identifizierung und Verortung, sondern auch die in dem Personalausweis enthaltenen RFID-Chips.

Wenn wir unseren Personalausweis bis Mai 2018 aktualisieren, umgehen wir vorerst dieser Gesetzesreform für die weiteren sechs Jahre, die ein Personalausweis an Gültigkeit besitzt. Dieses Zeitfenster muss dafür genutzt werden, einen großen, wirksamen Bürgerprotest gegen die sich rasch entwickelnden Überwachungsmethoden ins Leben zu rufen. Es hört nämlich beim Personalausweis nicht auf! Der darin enthaltene RFID-Chip soll nicht länger nur in der Karte enthalten bleiben, sondern auch unter die Haut gehen.

Im Gegensatz zu der eID-Funktion, die sich so gut wir nirgends einsetzen lässt, kann der RFID-Chip dem Bürger als schmackhaftes, das Leben erleichterndes Gadget verkauft werden. Da bedarf es nun wirklich keiner ausgefeilten Marketing-Strategien, um insbesondere jungen Leuten zu verdeutlichen, wie cool es kommt, wenn man plötzlich mit dem bloßen Hinhalten seiner Hand elektronische Schlösser öffnen, an der Kasse bezahlen oder sonstigen Firlefanz machen kann.

Sollte dann ein neues Gesetz auf den Weg kommen, das die Implantierung von RFID-Chips für jeden Bürger zur Pflicht macht,

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