Ein Jahr Rubikon

24-03-18 02:15:00,

Nur: Hingekriegt hat es lange keiner, dieses Magazin zu gründen. Mit dem Rubikon ist das gelungen und schon die Zusammenstellung des Beirats drückte aus, welche Brücke der Rubikon schlagen wollte. Daniela Dahn und Daniele Ganser, Konstantin Wecker und Rainer Mausfeld — es war ein ziemliches Dreamteam, das sich da zusammengefunden hatte.

Ein Jahr später ziehen wir Bilanz – und es ist die Bilanz eines unerhörten Erfolges. Das betrifft einmal die Reichweiten. Rubikon hat pro Monat bis zu 150.000 originäre Leserinnen und Leser. Nicht 150.000 „Klicks“ — sondern in der Tat 150.000 echte Menschen.

Diese Leserschaft entspringt nicht einer klar definierten Filterblase. Sie ist in ihren Interessen und ihrem Sozialisierungshintergrund ausgesprochen divers. Die Brücke über den Rubikon überspannt alle Generationen und gesellschaftlichen Schichten.

Und während wir wachsende Anhaltspunkte dafür haben, dass Facebook die Verbreitung unserer Inhalte gelinde gesagt nicht immer befördert, haben wir dort dennoch bereits 22.000 Likes.

Nun ist Facebook berühmt für seine oftmals unterirdische „Kultur“ der Auseinandersetzung, was natürlich sehr viel mit der Struktur der dortigen Kommentarfunktion zu tun hat. Die Diskussionskultur der Rubikon-User auf Facebook hebt sich da in aller Regel sehr positiv ab.

Dies ist auch das Ergebnis der Blattlinie, keine enge Blattlinie zu haben. Natürlich gibt es Positionen, die wir nicht im Magazin dulden. Wir sind ein Magazin der Friedensbewegung, wir stehen für Umweltschutz, für Solidarität, für ein besseres Leben und Zusammenleben, für solide Medienkritik, für die Vision einer Welt ohne Rassismus und Krieg.

Aber wenn es Konflikte gibt, tragen wir sie offen vor der Leserschaft aus. So begonnen mit der Debatte über die Schulpflicht. So weitergeführt mit der Debatte über die medizinischen Ursachen von AIDS.

Artikel, die sich kritisch aufeinander beziehen, sind bei uns erlaubt.

Der Rubikon zeigt damit, was es überhaupt bedeutet, zu debattieren, während der Mainstream glaubt, eine „Debatte“ zu führen, wenn sich etwa wochenlang über eine gezielte Provokation Horst Seehofers ausgelassen wird.

Rubikon ist nicht angetreten, um eine klar umrissene Agenda von Positionen mit allen miesen Tricks in die Gehirne zu pushen. Unser Ziel ist die Belebung eines massenhaften demokratischen Diskurses.

Folglich war uns der Blick über den eigenen Tellerrand von Anfang an wichtig. Das führte zu unserem großartigen Übersetzerteam. Der Rubikon ist damit ein Transmissionsriemen wichtiger Autoren aus anderen Sprachräumen in den deutschen Diskurs.

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