„Wer gegen Trump ist, muss jetzt für den Freihandel sein“ – TTIP wird wiederbelebt und die Grünen sind dabei – www.NachDenkSeiten.de

26-03-18 12:46:00,

26. März 2018 um 13:49 Uhr | Verantwortlich:

„Wer gegen Trump ist, muss jetzt für den Freihandel sein“ – TTIP wird wiederbelebt und die Grünen sind dabei

Veröffentlicht in: Audio-Podcast, Globalisierung, Grüne, INSM, Strategien der Meinungsmache

Jens Berger

Heute will ich meinen Kommentar mal mit einem zeitgenössischen Mantra beginnen, ohne das die Qualitätsmedien gar nicht mehr auskommen können: Trump ist böse! Und weil er so böse und zudem ein Populist ist, sind gegen ihn gerichtete politische Maßnahmen gut. Das sollte doch einleuchten. Trump verhängte schließlich auch Strafzölle, aus denen „wir“ noch mal mit einem blauen Auge rausgekommen sind. Das war böse und populistisch. Um künftigen Boshaftigkeiten des Leibhaftigen vorzubeugen, braucht es … na klar, ein Freihandelsabkommen! Darin sind sich sogar die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft und die Grünen einig, obgleich über Details sicher noch zu reden sein wird. Offenbar setzt die Vernunft aus, wenn Lobbyisten die Trump-Keule auspacken. Von Jens Berger.

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Die Freude in tausenden Dorfdiskos war ausgelassen. Der erste transatlantische Handelskrieg ist erst einmal vertagt, Jim-Beam-Cola bleibt bezahlbar. Hurra! Die EU muss nun glücklicherweise nicht mehr auf den trumpschen Populismus mit rationalen Strafzöllen auf Bourbon, Harleys und Erdnussbutter reagieren. Buchstäblich in letzter Sekunde konnten die Diplomaten der EU es noch einmal verhindern, dass europäische Stahllieferungen in die USA mit einem „Strafzoll“ belegt werden. Nicht so erfolgreich waren indes die Chinesen, die – so wissen es zumindest die Schlaumeier von der Tagesschau – ja ohnehin das eigentliche Ziel von Trumps bösem Protektionismus sind. Ok, China liegt mit einem Handelsanteil von gerade einmal zwei Prozent zwar nur an zehnter Stelle bei den US-Stahlimporten und auch für den Achtplatzierten Deutschland mit seinen vier Prozent wären die angekündigten Strafzölle nun sicher kein Weltuntergang gewesen. Aber wen interessieren schon nüchterne Fakten? Hier geht es um die erste Pflicht eines jeden guten deutschen Bürgers – den Kampf gegen Populismus!

Und wer „Nein!“ zum Populismus sagt, muss auch „Nein!“ zum Protektionismus sagen. Wer gegen Trump ist, muss gerade jetzt für den Freihandel sein,

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