Brandstifter als Feuerwehr

27-03-18 08:09:00,

Der Brandstifter als Feuerwehr
von Caitlin Johnstone

“Wir müssen was wegen Syrien unternehmen!”, lautet die gängige Forderung des Westens.

Nein, eigentlich nicht.

“Was? Du meinst also, wir sollen einfach die Hände in den Schoß legen?”, so die gängige Antwort.

Ja, in der Tat, das wäre toll. Bitte entfernt euch so weit wie möglich von Syrien, danke.

Zu behaupten, die Kriegsmaschine des Westens sei dazu geeignet, Frieden und Gerechtigkeit zu stiften, ist so, als behaupte man, ein Bulldozer sei ein nützliches Werkzeug für eine Gehirn-OP. Zu behaupten, die Kriegsmaschine des Westens sei dazu geeignet, Frieden und Gerechtigkeit in Syrien zu stiften, ist, als behaupte man: Man kann das Benzin, mit dem man das Haus in Brand gesteckt hat, auch zum Löschen verwenden.

Das kitschige Märchen, das man von treuen Anhängern des Imperiums zu hören bekommt, klingt so: Friedliche Proteste verwandelten sich allmählich in einen Kampf zwischen der syrischen Regierung und verschiedenen terroristischen Gruppen, wobei der Westen die Terroristen erst recht spät in dieser Auseinandersetzung unterstützt hat.

Das stimmt nicht.

Im letzten Oktober gestand der frühere katarische Premierminister Hamad bin Jassim bin Jaber al-Thani im Fernsehen ein, dass die USA und ihre Verbündeten schon zu Beginn des Krieges im Jahr 2011 aktiv daran mitwirkten, Waffen an gewalttätige extremistische Gruppen in Syrien zu liefern. In einem Artikel mit der Überschrift „The day before Deraa“ im amerikanischen Herald Tribune dokumentiert Steven Sahiounie, wie von der CIA unterstützte ausländische Söldner/Terroristen schon vor dem Ausbruch der Gewalt im März 2011 an Ort und Stelle bereitstanden. Es ist inzwischen eine offen eingestandene Tatsache, dass sowohl die CIA als auch die US-Verbündeten bekannte Terrorgruppen in Syrien ausgerüstet haben. Wer etwas von der CIA und der Kriegsmaschine des Westens weiß, wird hiervon allerdings nicht überrascht sein.

Die aktuelle Gewalt in Syrien ist das direkte Resultat einer bewussten, fortlaufenden Destabilisierungskampagne durch das westliche Imperium gegen eine Nation, die es schon sehr lange für einen Regime Change auserkoren hatte. Die Kriegsmaschine, die dieses Feuer entfacht hat, arbeitet daran, öffentliche Unterstützung dafür zu erheischen, das Feuer mit Benzin zu löschen.

Ich bin keine Isolationistin. Ich bin nicht gegen NATO-Interventionen aufgrund irgendeiner paläo-konservativen Haltung, die den Aufbau eines Staates und Interventionskriege deshalb vermeiden will, weil sie teuer sind und Flüchtlingskriege erzeugen.

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