Die Vertrauensfrage

30-03-18 10:04:00,

Unser Vertrauen in Institutionen aller Art löst sich auf. Immer mehr Menschen fühlen sich allein gelassen, beiseite geschoben, betrogen, hintergangen, abgezockt. Längst fallen auch in den reichen Ländern die Interessen und Bedürfnisse vieler unter den Tisch. Ungleichgewicht und Ungerechtigkeiten wachsen. Unter der Kontrolle globaler Organismen sterben die Arten aus, werden die Ressourcen knapp und geht die Natur zugrunde.

Schuld daran sind die anderen: die anderen Parteien, die Märkte, die Nachbarn, die Andersdenkenden. Wer das glaubt, dem bleibt nur, sich als Opfer der Geschehnisse in das zurückzuziehen, was ihm von seiner Wohlstandsblase noch bleibt, und auf den Retter zu warten. Vergeblich. Denn in einem auf Gewinnmaximierung ausgerichteten System steht, so will es seine Logik, der Mensch erst an zweiter Stelle.

Um uns nicht in einer Art Voyeurismus zu verlieren, in dem wir von möglichst sicherer Warte aus dem Untergang unserer Zivilisation zusehen, müssen wir ins Handeln kommen. Dabei reicht es nicht aus, im Bioladen einzukaufen und seinen Müll zu trennen. Solange wir nur „unser Ding“ machen und ansonsten glauben, mit dem, was um uns herum passiert, nichts zu tun zu haben, rutschen wir alle zusammen mit unserer Welt noch mehr ins Ungleichgewicht ab.

Wenn wir uns immer wieder gegenseitig den schwarzen Peter zuschieben, bleiben wir in der Opferrolle hängen, die auf der einen Seite einen Schuldigen und auf der anderen einen Retter verlangt. Dieses infernale Trio rechtfertigt seit Jahrtausenden jede Art von Ausbeutung, Missachtung und Gewalt. Nur wer die Karte der Schuld durch die der Verantwortung ersetzt, kann ein neues Spiel aufnehmen.

Der Mensch, der von seiner Fähigkeit Gebrauch macht, sich die Dinge ins Bewusstsein rufen zu können, trägt die alleinige Verantwortung dafür, wie er sich positioniert, wie er mit den Karten, die er in der Hand hält, umgeht und wie er sein Leben und seine Beziehungen gestaltet. Jeder hat die Wahl, die Dinge von sich zu weisen oder sie anzunehmen und sich um sie zu kümmern, ja oder nein zu etwas zu sagen. Niemand wird die Welt retten können. Doch jeder kann versuchen, die Verantwortung für sein Innenleben zu übernehmen, Frieden mit sich selbst zu schließen und in Harmonie mit seiner Umwelt zu leben.

Die Herausforderung, in sich selbst auf Entdeckungstour zu gehen ist grösser, als ein Mammut zu jagen oder den Weltraum zu erforschen. In seinem Inneren zu erspüren,

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