Es geht um unsere Würde!

02-04-18 07:02:00,

Woran wollen wir uns orientieren bei dem, was wir denken, sagen und tun? An dem, was wir vorfinden, weil es sich bisher so entwickelt hat? Oder an dem, wie es sein müsste, damit wir das, was uns als Menschen ausmacht, bewahren und weiterentwickeln können? Die Ansammlung von immer mehr Wissen hat uns bei der Suche nach einer Antwort auf diese wichtige Frage nicht so recht weitergebracht. Wir wissen längst, dass es so wie bisher nicht weitergehen kann. Viele Menschen haben auch erkannt, dass das, was sie tagtäglich tun, nicht dazu beiträgt, gesund zu bleiben, glücklich zu werden und ihre Talente und Begabungen zu entfalten. Es ist viel von Erkenntnis die Rede, aber etwas erkannt zu haben, heißt nicht, dass es uns auch wirklich berührt. Und wenn es uns nicht berührt, ändert sich auch nichts im Hirn.

Viele haben versucht und versuchen bis heute, anderen zu erklären, wie es gehen könnte. Dabei wurde und wird an deren Gewissen appelliert, an Werte und Normen erinnert, bisweilen auch Druck gemacht. Es werden Gesetze erlassen und Regeln festgelegt. Doch wir stürzen von einer Krise in die nächste, verbrauchen immer mehr Energie, plündern die natürlichen Ressourcen unseres Planeten und haben keine Ahnung, wie irgendeine Ordnung in das von uns angerichtete Durcheinander kommen soll. Inzwischen machen sich die ersten fertig für einen Flug zum Mars.

Niemand wird irgendetwas in seinem Leben verändern, wenn sie oder er das nicht aus einem inneren Bedürfnis heraus auch wirklich will. Wer jedoch zum Objekt der Absichten und Ziele, der Belehrungen und Bewertungen, der Maßnahmen und Anordnungen anderer gemacht wird, erlebt sich als jemand, der etwas tun soll, das andere wollen. Um sich daraus zu befreien und wieder zum Gestalter seines eigenen Lebens werden zu können, braucht jeder Mensch eine innere Orientierung, die sein Denken, Fühlen und Handeln leitet. Diese Vorstellung davon, was für eine Person jemand sein will, ist nicht angeboren. Sie wird erst im Lauf des eigenen Lebens anhand der dabei gemachten Erfahrungen herausgebildet und als Selbstbild im Gehirn verankert. All jene Menschen, die erleben durften, dass sie so, wie sie sind, von anderen angenommen und wertgeschätzt werden, entwickeln zunächst ein Gefühl, dann eine Vorstellung und schließlich auch ein Bewusstsein ihrer eigenen Würde. Da jeder Mensch zu jedem Zeitpunkt seines Lebens diese Erfahrung machen kann, ist es nie zu spät, sein Leben fortan im Bewusstsein dieser eigenen Würde zu gestalten.

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