Frieden geht uns alle an!

03-04-18 10:28:00,

Am 31. März 2018 verlieh mir das Düsseldorfer Friedensbündnis, bestehend aus der regionalen pax-Christi-Organisation, der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) und dem Friedensforum Düsseldorf, den Düsseldorfer Friedenspreis.

Der seit 2002 jährlich ausgelobte Düsseldorfer Friedenspreis offenbart eine der Quellen für die Attraktivität und Beständigkeit der Friedensbewegung, wenn sie sich in ihrem Charakter Ernst nimmt. Sie hat die Verantwortung, das zu tun, da eine Elite internationaler NuklearwissenschaftlerInnen, darunter 17 NobelpreisträgerInnen, die sogenannte Weltuntergangs-Warn-Uhr (Doomsday-Clock) im letzten Januar auf zwei vor zwölf vorgestellt haben, dies ist ein Wert, der an die gefährlichsten Zeiten des Kalten Krieges erinnert.

Die Weltuntergangs-Warnuhr wurde erfunden

„an der Universität Chicago von Forschern, die am Manhattan Project beteiligt gewesen waren und folglich die Atombombe für die USA im Zweiten Weltkrieg mitentwickelt hatten. Nach dem Krieg und den verheerenden Atombombenabwürfen von Hiroshima und Nagasaki wollten sie die Supermächte und die Menschheit vor den Gefahren der nuklearen Aufrüstung warnen. (…) Die ‚Doomsday Clock‘ war auch auf dem Titelbild der ersten Ausgabe des Fachmagazins ‚Bulletin of the Atomic Scientists‘ zu sehen“ (1).

Die Demonstration „Gegen die atomare Bedrohung gemeinsam vorgehen – Für Entspannung in Europa!“ vom 10. Oktober 1981, zu der fast eine halbe Millionen DemonstrantInnen nach Bonn kamen, machte mit den Sätzen auf:

„Die 80er Jahre werden mehr und mehr zum gefährlichsten Jahrzehnt der Geschichte der Menschheit. Ein 3. Weltkrieg wird aufgrund der weltweiten Aufrüstung immer wahrscheinlicher (…) Wir sind aufgerufen, uns mit Mut, Kraft, Phantasie und langem Atem gegen einen drohenden Atomkrieg zu wehren und Alternativen zur gegenwärtigen Militärpolitik zu entwickeln.“

Den langen Atem hat die Friedensbewegung, leider aber nicht in gleicher Weise ihre gemeinsame Vorgehensweise. In Bonn sprachen FriedensaktivistInnen mit und ohne weitere Organisationszugehörigkeiten, KünstlerInnen, Intellektuelle, Gewerkschaftler, ChristInnen, Kommunisten, Grüne, Sozialdemokraten – und das aus dem In- und Ausland. Unter den DemonstrantInnen war noch ein breiteres Spektrum, so unter anderem auch buddhistische Mönche aus Vietnam, Soldaten und Kriegsdienstverweigerer…

Volkmar Deile, einer der Organisatoren der Aktion, schrieb damals, es sei notwendig, die nationalen Bewegungen zum Thema Frieden und Atom international zu vernetzen. Zitat:

„Der 10.10.1981 hat gezeigt, dass fast alle Strömungen der Friedensbewegung sich auf einen Aufruf als Plattform einigen können. Diese Fähigkeit muss unbedingt erhalten werden“ (2).

Der Düsseldorfer Friedenspreis steht für diese Öffnung und die Tradition des gemeinsamen Engagements vieler Kräfte für das Überleben der Menschheit.

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