Britische Ausflüchte

06-04-18 08:53:00,

Johnson und May tauchen ab
von Craig Murray

Die Regierung hat in einem Versuch, die Kontrolle über das Narrativ zu behalten, endlich eingeräumt, was ihr bereits seit drei Wochen bekannt war: Es gebe keinen Beweis dafür, dass die beim Anschlag von Salisbury verwendete Substanz in Russland hergestellt wurde. Dies geschah nur kurz vor der Äußerung der Experten der Organisation for the Prohibition of Chemical Weapons (OPCW). Das Interview mit dem Geschäftsführer von Porton Down ist nur in diesem Tweet von Sky zu sehen:

Sollte jemand eine Kopie des Interviews anfertigen und mir diese senden oder einen sicheren dauerhaften Beitrag erstellen können, den ich verlinken kann, wäre ich dankbar (Kontakt oben rechts auf meinem Blog). Auf der Website von Sky findet sich lediglich ein sehr kurzes Video und mir ist es wichtig, es zu speichern – die Gründe dafür werde ich erläutern.

Im heutigen von den Tories regierten Großbritannien sollte es niemanden überraschen, dass für den Chefposten von Großbritanniens Chemiewaffen-Einrichtung ein Radio-Verkäufer eingestellt wurde.

Offenbar nahm man an, Aitkenheads PR-Kompetenzen würden ausreichen, die Kernpunkte der Regierungspropaganda zu vermitteln. Wie schwer ihm diese Aufgabe während des gesamten Sky-Interviews fiel, ist vielsagend. In den letzten drei Wochen befand sich Aitkenhead in einer äußerst schwierigen Lage, er saß zwischen zwei Stühlen: Einerseits musste er seinen Wissenschaftlern genüge tun, die unnachgiebig darauf pochen, nicht bestätigen zu wollen, dass die Substanz in Russland hergestellt worden ist; andererseits musste er der Regierung zu Diensten sein, die sich außerordentlich dafür ins Zeug legt, die Forscher zu genau dieser Aussage zu bringen.

Nach genau 5 Minuten und 3 Sekunden in diesem Interview lügt Boris Johnson offenkundig über das, was Porton Down ihm mitgeteilt hat.

Es ist eindeutig, dass Aitkenhead gegenüber Sky sagt: „Die Wissenschaftler können nicht beweisen, dass es aus Russland stammt. Die Regierung behauptet jedoch, dass sie über Geheimdienstquellen verfügt, die diese Herkunft bestätigen.“ Seine Bemühungen, die ihm vorgegebenen Formulierungen, die er zu Propagandazwecken nachbeten soll, an die recht ordentlichen Interviewfragen anzupassen, muten beinahe komisch an: Er kommt nicht um zahlreiche „ähmms“ und „hms“ herum.

Man darf nicht vergessen, dass die präzisen Formulierungen, die im offiziellen Sprachgebrauch zu verwenden sind, Gegenstand zäher Verhandlungen zwischen den Wissenschaftlern und Porton-Down-Bürokraten, dann zwischen Porton-Down-Bürokraten und Beamten des Verteidigungsministeriums und schließlich zwischen Beamten des Verteidigungsministeriums und denen des Außenministeriums sowie der Geheimdienste gewesen waren,

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