Absurde Hetze

07-04-18 10:36:00,

Türklinken und andere Absurditäten
von Craig Murray

Was bleibt von der eindeutigen Identifizierung Russlands als dem Schuldigen am Anschlag von Salisbury durch die Regierung? Es ist schlicht eine Tatsache, dass Russland nicht das einzige Land ist, das das Nervengift hergestellt haben könnte: Dutzende wären dazu in der Lage. Es könnte auch von vielen nichtstaatlichen Akteuren gefertigt worden sein.

Motorola-Vertriebsmitarbeiter Gary Aitkenhead – seit Januar unerklärlicherweise Geschäftsführer der Chemiewaffen-Forschungseinrichtung Porton Down – sagte in einem Interview mit Sky, dass „möglicherweise“ nur ein staatlicher Akteur das Nervengift habe herstellen können. Damit räumt er ein, dass auch ein nichtstaatlicher Akteur dazu in der Lage wäre. David Collum, Professor für Organische Chemie an der Cornell University und entsprechend bedeutend kompetenter als ein Motorola-Vertriebsmitarbeiter, hat erklärt, seine Studenten im Abschlussjahrgang seien dazu imstande. Heute Morgen richtete Professor Collum folgenden Tweet an mich:

„This nerve agent story has been transparent from the start. Wondering where the rest of the organist chemists have been but, if asked, they would confirm the simplicity of the cmpds and absurdity of the claims.“

Die Kernaussage in diesem Tweet ist sicherlich der Einschub „wenn man sie fragte“ („if asked“). Weder staatliche noch private Medien haben bei Professor Collum oder anderen Professoren der Organischen Chemie in Großbritannien nachgefragt. Rund um diesen Fall findet schlichtweg kein grundlegend investigativer Journalismus statt.

Wenn also die Waffe selbst keinen sicheren Beweis für Russlands Täterschaft darstellt, welche Beweise hat Boris Johnson dann in der Hand? Es zeigt sich, dass es sich bei den Beweisen der britischen Regierung lediglich um eine Technik handelt, mit der Nervengift auf den Türgriff geschmiert wird. Sämtliche britischen Medien wurden von „Sicherheitsquellen“ darüber informiert, dass Großbritannien im Besitz einer Kopie eines geheimen russischen Handbuches für Attentäter sei, in dem beschrieben wird, wie man Nervengift auf Türgriffe aufträgt. Sollte das Nervengift also auf dem Türgriff von Skripals Haus gefunden worden sein, sei dies der entscheidende Beweis, der die NATO-Verbündeten von Russlands Schuld überzeugt habe.

Der Daily Mirror zitiert die „Sicherheitsquellen“ folgendermaßen:

„Es läuft auf Russlands Spionage-Handbuch zum Auftragen von Gift auf Türgriffe hinaus. Das ist der schlagende Beweis. Es beweist eindeutig, dass Russland in den vergangenen zehn Jahren Methoden zur Anwendung von Giften erforscht hat, unter anderem durch den Gebrauch von Türgriffen.

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