Blitzkrieg 2.0

13-04-18 06:51:00,

Die vier apokalyptischen Reiter
von Craig Murray

Die Medien, die sich über den Angriff in Salisbury mit „einer Massenvernichtungswaffe“ (Zitat Theresa May) echauffiert hatten, die nur aus Russland stammen konnte — was nur leider nicht stimmte —, und die extrem tödlich war — was nur leider ebenfalls nicht stimmte —, haben nun einen neuen Aufreger gefunden: den Chemiewaffenangriff in Duma.

Er „konnte ausschließlich von“ dem von Russland unterstützten Assad-Regime „ausgeführt worden sein“ – nur, dass es auch hierfür keine Beweise gibt und darüber hinaus überhaupt keine objektiven stichhaltigen Beweise in Duma selbst existieren.

Diese beiden Ereignisse zusammen sollten die britische Bevölkerung in einen aufgeheizten Hurrapatriotismus versetzen — was bei Tony Blair und bestimmten Tories bereits gelungen ist — und dazu bringen, Syrien anzugreifen und möglicherweise einen Krieg mit Russland in Syrien vom Zaun zu brechen.

Der „russische“ Angriff in Salisbury soll das Argument „Das ist nicht unser Krieg!“ aufheben, insbesondere weil ja ein britischer Polizist eine Weile unpässlich war. Welchen Grund es nun aber dafür geben sollte, das Argument „Warum in aller Welt treten wir in eine bewaffnete Konfrontation mit einer Nuklearmacht?“ außer Kraft zu setzen, weiß ich beim besten Willen nicht.

Natürlich hat Saudi-Arabien Großbritannien, den USA und Frankreich Hilfe angeboten – will es doch das militärische Ruder zugunsten der von den Saudis finanzierten Dschihadisten rumreißen, die Assad so gut wie besiegt hatte.

Dass der Skripal-Affäre und den Ereignissen in Duma ein Jahr extrem intensiver diplomatischer Aktivitäten zwischen Saudi-Arabien, Washington, Paris und London vorausgegangen war — inklusive mehrerer hochrangiger Besuche in den Hauptstädten —, soll wohl bloßer Zufall sein.

Ich bin ebenso wenig ein Fan von Assad, wie ich ein Fan von Saddam Hussein war. Aber die Öffentlichkeit beginnt nun zu begreifen, dass Kriege mit dem Ziel, einen Regimewechsel herbeizuführen, katastrophale Folgen haben: getötete und verstümmelte Erwachsene und Kinder sowie eine zerstörte Infrastruktur.

Unsere Angriffe haben riesige Flüchtlingswellen zur Folge und führen direkt zu Terroranschlägen hier bei uns. Es gibt keinen Grund für einen militärischen Angriff auf Syrien — außer dem, die Dschihadisten beim Sturz Assads zu unterstützen.

Die Vorwände dafür entbehren auf unverantwortliche Weise handfester Beweise — mehr noch:

Je mehr Beweismaterial unter die Lupe genommen wird, desto fragwürdiger wird das Ganze.

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