Die Hybris der USA

Die Hybris der USA

17-05-18 09:26:00,

Trumps amerikanische Hybris
von Craig Murray

Die USA haben bisher ohnehin so gut wie keinen Handel mit dem Iran getrieben. 2017 beliefen sich die US-Exporte in den Iran insgesamt auf nur 138 Millionen Dollar, die Importe auf gerade mal 63 Millionen Dollar, beides völlig unbedeutende Zahlen für die US-Wirtschaft. Im Gegensatz dazu beliefen sich die Gesamtimporte und -exporte der EU in und aus dem Iran im selben Jahr auf eine wesentlich entscheidendere Summe von jeweils 8 Milliarden Dollar. Für 2018 ist gar ein Anstieg auf 10 Milliarden Dollar prognostiziert.

Ein sehr bedeutsamer US-Deal ist zurzeit in Planung: der Verkauf von Boeing-Maschinen im Wert von 18 Milliarden US-Dollar. Dieser Deal wird nun platzen.

Das bringt uns zum springenden Punkt. Wird Amerika seinen Willen durchsetzen? Airbus hat ebenfalls Aufträge aus dem Iran im Wert von über 20 Milliarden Dollar, deren Einstellung nun gleichfalls zu erwarten ist, da Airbus-Maschinen Bauteile und Technologie mit US-Lizenzen enthalten. Es ist zwar möglich, doch unwahrscheinlich, dass die USA für Airbus eine Ausnahme machen – sehr unwahrscheinlich, würden sie doch den Ärger von Boeing auf sich ziehen.

Nun ist ein 20-Milliarden-Dollar-Auftrag allein für Airbus wohl nicht Anlass genug, Flugzeuge zu entwickeln, die ohne US-Bauteile und -Technologie auskommen (die einen Anteil von 8 Prozent der Kosten einer Maschine ausmachen). Jedoch ist der Verlust eines 20-Milliarden-Dollar-Auftrags durch solch willkürliche Entscheidungen von Seiten Trumps sicher ausreichend, zukünftig in Hinblick auf Forschung und Entwicklung umzudenken, damit Airbus-Maschinen keinem durch die USA verhängten Lieferstopp mehr ausgesetzt sind. Sollte der Iran beim Boeing-Auftrag außerdem auf Airbus umschwenken, reicht dieser Auftrag, der sich dann ja auf 38 Milliarden Dollar beliefe, sicher aus, um bei Airbus zu Überlegungen darüber zu führen, welche Anpassungen möglich wären, die innerhalb von Jahren, nicht Jahrzehnten umsetzbar sind.

Was für die Flugzeugindustrie gilt, lässt sich auch auf andere Branchen übertragen. Bei diesem Versuch, einseitige Sanktionen gegen den ausdrücklichen Wunsch seiner „alten“ europäischen Verbündeten durchzusetzen, wetten die USA darauf, dass ihre globale wirtschaftliche Macht, zusammen mit der ihrer „neuen“ Partner Israel und Saudi-Arabien, ausreicht, ihren Willen gegenüber den Europäern durchzusetzen. Das ist offensichtlich eine geopolitische Kurzschlusshandlung. Wirtschaftlich gesehen ist es vermutlich sogar ein noch kühneres Wagnis.

Die Details bleiben abzuwarten, doch nach dem Vorausgegangenen werden sich Trumps Sanktionen gegen den Iran auch als Sanktionen gegen weitere Staaten auswirken,

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