Die US-Wahl und der tiefe Staat

21-05-18 02:11:00,

CIA - Central Intelligence Agency

(Bild: dpa, Carolyn Kaster)

FBI-Informant war CIA-Mann

Der skurrile Wahlkampf um das Weiße Haus von 2016 beschäftigt Justiz, Medien und Comedians auf vielfacher Ebene. In diesem als bislang schmutzigstem Wahlkampf geltenden Drama fiel nunmehr eine weitere Personalie auf.

Nach bis vor Kurzem geltendem Informationsstand soll das FBI auf eine mögliche Verwicklung Russlands in den Skandal mit Hillary Clintons E-Mails durch die Geschwätzigkeit von Trumps Wahlkampfhelfer George Papadopoulos gekommen sein. Papadopoulos prahlte in feuchtfröhlicher Runde mit australischen Diplomaten damit, dass das Trump-Lager Clinton mit russischem Schmutz am Zeug flicken wolle. Papadopoulos‘ Kolportage soll das FBI auf die Spur einer mögliche Einflussnahme Russlands auf die US-Wahl gebracht haben – sowie zur Ermittlung einer möglichen Konspiration der Russen mit Trump.

Nun aber scheint es, dass das FBI bereits vorher über die Trump-Kampagne von einem gut vernetzten Professor informiert war. Zwar bemühte man sich in Washington darum, den Namen des Professors aus der Öffentlichkeit zu halten, doch Enthüllungsjournalist Glenn Greenwald sah sich diesem Codex jedoch nicht verpflichtet. Bei dem geheimen FBI-Informanten handelt es sich um einen ehemaligen CIA-Mann, der bereits bei Reagans infamen Wahlkamp von 1980 durch geheimdienstliche Kolportagen mitmischte.

Obwohl sich in den letzten Tagen jeder in Washington zusammenreimen konnte, um wen es ging, tat man sich mit der Namensnennung schwer, denn der Mann ist eng mit dem Bush-Clan verbunden, der auf Trump bekanntlich schlecht zu sprechen ist. Es handelt sich um den emeritierten Cambridge-Professor Stefan Halper, der bereits unter Nixon und Ford im Weißen Haus gedient hatte. Der heute 71 jährige Politikwissenschaftler Halper hatte einst für General Alexander Haig (täuschte sowjetische U-Boot in schwedischen Hoheitsgewässern vor), Donald Rumsfeld (verkaufte dem Irak Giftgas und log die USA in den Irakkrieg) und Richard Cheney (vertuschte bereits unter Ford mit Rumsfeld das Horror-Geheimprogramm MKUltra) gearbeitet.

1980

In Reagans Wahlkampf gegen Amtsinhaber Jimmy Carter von 1980 ließ der tiefe Staat seine Muskeln so stark wie wohl nie zuvor oder danach spielen. Die Demokraten waren bei der CIA und erst recht bei den Ex-CIA-Leuten verhasst, da Präsident Carter nach den infolge Watergate eingerichteten Untersuchungsausschüssen Mitte der 1970er Jahre die CIA extrem beschnitt. Carters CIA-Direktor Stansfield Turner hatte einen Großteil des Personals aus dem stark angeschlagenen Geheimdienst geworfen. Der Mann, der vor Turner die CIA zwischen 1976 und 1977 geleitet hatte,

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