Der Heilige Geist hat unsere Medien an Pfingsten nicht erreicht. Sie gaben sich einer Orgie von Manipulationen hin. In den Urteilen über Italien zum Beispiel. – www.NachDenkSeiten.de

Der Heilige Geist hat unsere Medien an Pfingsten nicht erreicht. Sie gaben sich einer Orgie von Manipulationen hin. In den Urteilen über Italien zum Beispiel. – www.NachDenkSeiten.de

22-05-18 07:19:00,

Der Heilige Geist hat unsere Medien an Pfingsten nicht erreicht. Sie gaben sich einer Orgie von Manipulationen hin. In den Urteilen über Italien zum Beispiel.

Veröffentlicht in: Medienkritik, Strategien der Meinungsmache

Sie kennen keine Distanz zum Geschehen, um dann die verschiedenen Vorgänge einmal gelassen und nüchtern und sachlich einzuordnen. So könnte man angesichts der Schwierigkeiten der Regierungsbildung in Italien und angesichts der Erfolglosigkeit der von Berlin und Brüssel empfohlenen Wirtschafts- und Finanzpolitik in den ärmeren Ländern Europas ja auch mal auf die Idee kommen, abzuwarten, was sich in Rom tut. Und man könnte die Vorgänge in Venezuela ja auch mal ohne die gängigen Vorurteile beschreiben. Einmal nur darauf verzichten, die gängigen Etiketten anzukleben. Oder böse ausgedrückt: Immer der gleiche Schaum auf den Lippen, das ist unappetitlich. Albrecht Müller

Zu Italien

Im Heutejournal am Pfingstmontag Abend zum Beispiel:

Da werden die Etiketten Populisten und Rechtspopulisten so gebraucht, als wäre bei den Zuschauern schon eingebläut, was mit diesem Etikett gesagt werden soll. Mag ja sein. Aber irgendwann würde man gerne mal spüren, dass die Redakteure überlegt haben, wie schräg und dumm der ständige Gebrauch des Wortes Populist ist. Vielleicht sollten sich die Damen und Herren mal fragen, wer und was da sonst noch alles in Italien am Regieren war, und wie die Etiketten zu diesen anderen Gruppierungen – zu den Christdemokraten, zu Berlusconi, zu den Sozialisten – passen würden. Die Vertreter der Schwarzen Null, als deren Gralshüter sich die meisten deutschen Medien fühlen und gebärden, waren und sind die größten Populisten. Aus welchen Gründen außer sogenannten populistischen hat der neue deutsche Finanzminister Olaf Scholz sich der schwarzen Null verschrieben? Aus fachlichen und sachlichen Gründen?

Die abgeleitete Formel Rechtspopulist ist ähnlich einfältig. Auch hier müssten sich die diesen Begriff missbrauchenden Medien einmal fragen, was anderes der alte Franz Josef Strauß oder sein Nachfolger als Bundesfinanzminister Schäuble oder der ehemalige Bundespräsident Gauck denn waren: Populisten, Rechtspopulisten – ich kann das Wort – in jeglicher Kombination nicht mehr hören und rege an, wir sollten uns alle mit Trillerpfeifen ausstatten und dann, wenn ein Politiker diese Begriffe gebraucht, dazwischen pfeifen. Im übertragenen Sinne auch bei den Medien.

Im Heutejournal wird gefragt,

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