Fukushima: Wohin mit dem radioaktiven Wasser und der kontaminierten Erde?

Fukushima: Wohin mit dem radioaktiven Wasser und der kontaminierten Erde?

22-05-18 06:21:00,

3D-Rekonstruktion des Zustands im Reaktor 3. Bild: Tepco

Über eine Million Tonnen mit Tritium belastetes Wasser und 22 Millionen Kubikmeter Erde müssen entsorgt werden

Jahr für Jahr gab es Meldungen, dass sich die Möglichkeiten erschöpfen, kontaminiertes Wasser und andere radioaktiven Materialien von den havarierten Fukushima-Reaktoren noch weiter zu speichern. Ein Tank, der jeweils 1000 Tonnen aufnehmen kann, reiht sich an den anderen auf dem 230.000 Quadratmeter großen Gelände. Hunderte befinden sich hier, mehr Platz gibt es nicht mehr.

Das Problem ist lange bekannt, Tepco, der Betreiberkonzern des Fukushima-AKWs, würde das Wasser am liebsten ins Meer ablassen. Mehr als eine Million Tonnen mit Tritium belastetes Wasser soll ins Meer abgeleitet werden, hieß es zu Beginn des Jahres. 2018 müsse endliche eine Entscheidung getroffen werden. Obgleich oder weil die Abe-Regierung weiter auf Atomkraft setzt, zögert sie die unpopuläre Entscheidung hinaus. In Japan, aber auch im Ausland würde es einen Aufschrei geben, würde man viele Millionen Tonnen radioaktiv kontaminiertes Wasser ins Meer einleiten.

2011 hat Tepco nach der Katastrophe teilweise dekontaminiertes, aber weiter mit Tritium belastetes Wasser bereits ins Meer eingeleitet. Das wird in allen japanischen Kraftwerken routinegemäß gemacht, aber im Fall von Fukushima, wo sich in drei Reaktoren eine Kernschmelze ereignete, waren die Mengen einfach zu groß, denn es muss das aus den Reaktoren austretende hochradioaktive Kühlwasser, das in diese fortwährend gepumpt werden muss oder über Regen bzw. das Grundwasser eindringt, gereinigt und gespeichert werden.

Täglich handelt es sich angeblich noch um 160, früher war die Rede von bis zu 700 Tonnen kontaminiertes Grund- und Kühlwasser, das zwar von Cäsium und Strontium sowie 60 weiteren radioaktiven Substanzen gereinigt werden kann, aber eben nicht von Tritium. Tepco erklärt, man habe die Speicherung des kontaminierten Wassers von durchschnittlich 490 Kubikmeter Anfang 2016 auf 110 Kubikmeter Anfang 2018 reduziert, beispielsweise durch eine “Frostmauer” in der Erde.

Beschwert hatten sich vor allem die Fischer, aber auch Nachbarstaaten wie China, Russland und Südkorea, als das belastete Wasser ins Meer eingeleitet wurde. Seitdem also wird es aufgefangen und es kommt immer wieder die Forderung, kontaminiertes Wasser ins Meer einzuleiten, weil man eben ans Ende der Kapazitäten stößt und die Belastung durch Tritium so geringfügig sei, dass davon keine Gefahr ausgehe. Das Problem ist,

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