Transparente Wasserqualität wäre «ein PR-Alptraum»

Transparente Wasserqualität wäre «ein PR-Alptraum»

25-05-18 09:30:00,

Red. / 25. Mai 2018 –

Die Trump-Administration verhindert mit der US-Umweltbehörde das Veröffentlichen einer brisanten Gesundheitsstudie.

Im US-Trinkwasser befinden sich gemäss einer Studie des US-Gesundheitsministeriums gefährliche Mengen toxischer Chemikalien. Den Behörden ist das seit spätestens Ende Januar bekannt. Ein Veröffentlichungstermin für die Studie steht noch immer nicht fest, denn das Weisse Haus und die US-Umweltbehörde EPA versuchen, die Veröffentlichung zu verzögern oder zu verhindern. Sie fürchten hohe Kosten und die Reaktion der Öffentlichkeit, berichtet das US-Magazin Politico.

Das zeigen E-Mails, deren Herausgabe von der Non-Profit-Organisation «Union of Concerned Scientists» über den «Freedom of Information Act» erzwungen wurde. «Die Öffentlichkeit, die Medien und der Kongress werden heftig auf die Zahlen reagieren», schrieb ein nicht namentlich bekannter Angestellter des Weissen Hauses in einer E-Mail, die Ende Januar geforwarded wurde. «Die Auswirkungen auf das Umwelt- und Verteidigungsministerium werden extrem schmerzhaft sein». Die Studie wird als «potenzieller PR-Albtraum» bezeichnet.

Teil einer E-Mail von James Herz, der im OMB (Office of Management and Budget) Umweltfragen beaufsichtigt, an Holly Greaves, CFO der US-Umweltbehörde EPA. (DoD = US-Verteidungsministerium, ATSDR = Agency for Toxic Substances and Disease Registry), Quelle: Union of Concerned Scientists. Ganzer E-Mailverlauf Teil1 und Teil2

Für Scott Pruitt, den derzeitigen Leiter der US-Umweltschutzbehörde, ist das kein angenehmes Szenario. Der republikanische Politiker steht seit seinem Amtsantritt wegen seiner industriefreundlichen Haltung, verschiedener Konflikte mit Wissenschaftlern sowie wegen seines lockeren Umgangs mit Lobbyisten in der Kritik.

Die Fluorchemikalien, um die es geht, sind alte Bekannte

Die Chemikalien PFOA (Perfluoroktansäure) und PFOS (Perfluoroctansulfonsäure), um die es geht, haben schon öfter für Schlagzeilen gesorgt. Bis vor wenigen Jahren wurden sie breit eingesetzt, beispielsweise in wasser-, schmutz- und fettabweisenden Ausrüstungen in Teppichen, Kleidung oder bei der Herstellung von teflonbeschichteten Pfannen. Bereits Anfang der Nullerjahre wurde ihr gesundheitsschädliches Potenzial öffentlich. PFOA und PFOS werden mit verschiedenen Krebsarten, Schilddrüsenerkrankungen und Hormonstörungen in Verbindung gebracht und stehen im Verdacht DNA-Änderungen zu verursachen. Den Herstellern war dies zwar bekannt gewesen, der Öffentlichkeit aber jahrzehntelang verheimlicht worden (Infosperber: «Der Mann, der DuPont das Fürchten lehrte»).

Die EPA hat derzeit einen nicht verbindlichen Grenzwert von 70 ppt (Parts per Trillion) festgelegt. Dieser sei viel zu hoch,

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