Vollgeld-Initiative: Jetzt schlagen die Banken mit Werbung zu!

Vollgeld-Initiative: Jetzt schlagen die Banken mit Werbung zu!

25-05-18 07:31:00,

Christian Müller / 18. Mai 2018 –

Galt die Vollgeld-Initiative lange als chancenlos, gewinnt sie jetzt an Zustimmung – weil die Leute sie zu verstehen beginnen.

Ich hätte wohl aufgeschrieen oder aber laut gelacht, wäre ich am Freitag, 11. Mai 2018, im Saal der «Arena» des Schweizer Fernsehens gewesen, als unser Finanzminister, Bundesrat Ueli Maurer, etwa fünf oder auch zehnmal erklärte, er traue den Schweizer Geschäftsbanken in jeder Hinsicht und ebenso sehr wie der Schweizerischen Nationalbank. Ja sogar die Bussen in Milliardenhöhe, die die Banken für ihre Gaunereien bisher zahlen mussten (meist in Form eines Vergleichs, ohne formelle Schuldanerkennung), interpretierte Ueli Maurer in der «Arena» als Beweis dafür, dass ja alles bestens funktioniert.

Die obere Generation kann sich noch gut daran erinnern: Es war Anfang der 1990er Jahre, als die Konjunktur in der Schweiz stotterte und zum Beispiel die Spar- und Leihkasse Thun bankrott ging und Tausende von Kunden grosse Teile ihres privaten und/oder Geschäftsvermögens oder sogar alles verloren haben, zusammen rund 220 Millionen Franken! Das Geld war einfach weg. In der gleichen Zeit hatte sich auch die Solothurner Kantonalbank übernommen und musste mit Steuergeldern saniert und schliesslich privatisiert und verkauft werden. Und auch die Berner Kantonalbank musste in dieser Zeit mit über einer Milliarde Franken aus der Staatskasse saniert werden. Die Banken ihrerseits aber waren steinhart: In der gleichen Zeit mussten Hunderte oder auch Tausende Handwerker ihre Bankdarlehen kurzfristig zurückzahlen – wenn sie denn konnten. Auch der Autor dieser Zeilen musste einen Betriebskredit in Höhe von noch 65’000 Franken innerhalb von drei Monaten (!) zurückzahlen, obwohl er die Zinsen dafür immer korrekt und rechtzeitig bezahlt hatte, nur der Umsatz der kurz zuvor gegründeten Firma war noch nicht so hoch, wie ursprünglich erwartet.

Woran sich sicher alle erinnern: Im Oktober 2008 musste sogar die grösste Bank der Schweiz, die UBS, mit über 60 Milliarden Franken vom Bund und von der Nationalbank vor dem Zusammenbruch gerettet werden, nachdem sie sich in den USA total verspekuliert hatte. So sicher sind die Banken und so darf man ihnen vertrauen! Wer das alles aus der Nähe miterlebt hat, weiss es: Die Sicherheit der Banken ist weitgehend eine Schönwetter-Sicherheit.

Genau hinhören!

Die «Arena» zum Thema Vollgeld war sehens- und hörenswert.

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