Die Atombombe als Lebens- und Todesversicherung

Die Atombombe als Lebens- und Todesversicherung

28-05-18 01:29:00,

Ob Atommacht oder nicht: Die Atombombe (Fotomontage mit Freiheitsstatue) bedroht jedes Leben


Erich Gysling / 28. Mai 2018 –

Mit seiner Iran-Politik fördert US-Präsident Trump, was er angeblich vermeiden will: Die Verbreitung von Atomwaffen.

Will er „denuklearisieren“ oder nicht? Wenn ja: Was heisst das? Wenn jein: Wie viele Bomben wird er (gemeint ist immer Nordkoreas Präsident Kim Jong-un) noch für wie lange behalten? Und was würde US-Präsident Donald Trump dem dicken „little rocket man“ (Trump über Kim) allenfalls schenken, wenn er dies oder jenes täte?

Reich würde Nordkorea, sagte Trump, wenn Kim Jong-un all das täte, was das wundervolle Amerika von ihm wolle. Und für unbeschränkte Zeit, so das Gerede des obersten Chefs der angeblich demokratischsten Nation der Welt, dürfe der Diktator an der Macht bleiben, egal, ob er weitere Verwandte und Widersacher durch Maschinengewehre oder Gift um die Ecke bringen oder sein Volk wieder einmal durch eine Hungerperiode zwingen wolle.

Die Welt rätselt, was Trump und Kim meinen

Jetzt rätselt die Welt wieder, wie ernst es Trump und Kim Jong-un meinen. Kein Tag ohne Rätselraten, ob die beiden sogenannten Staatsmänner demnächst persönlich zusammen kommen, oder ob sie erst einmal durch untere Chargen Sondierungen anstellen werden. Doch, so schreiben die einen, Südkoreas Präsident habe erkannt, dass Kim es mit der „Denuklearisierung“ ernst meine. Nein, entgegnen andere, Kim habe nie Klartext gesprochen, ob er auf seine Atomwaffen wirklich verzichten wolle. Vielleicht, rätseln die Dritten, gäbe es ja einen Mittelweg.

Nüchtern betrachtet: Für Kim Jong-un sind die paar Atomwaffen, die er offenkundig hat, überlebenswichtig. Sie können in noch so miserablem Zustand, noch so „schmutzig“ und vielleicht nicht mal ordentlich mit einer in Nordkorea zusammengebauten Rakete vernietet sein – das alles spielt keine Rolle. Wichtig ist: Nordkorea ist eine Atommacht. Deshalb, nur deshalb, ist Trump ja auch bereit, mit dem „little rocket man“ an einen Tisch zu sitzen.

Nordkoreas Präsident wäre lebensmüde, wenn …

Dumm nur, dass die wirre Entourage Trumps immer wieder Äusserungen macht, die Kim Jong-un aufschrecken müssen. John Bolton, Sicherheitsberater (nennen wir ihn besser Unsicherheitsberater), sprach offen vom „Libyen-Szenario“, womit gemeint ist: Wer auf die Entwicklung einer Atombombe verzichtet, wird entmachtet und umgebracht.

Er hätte auch vom Irak-Szenario reden können: Saddam Hussein verzichtete ebenfalls auf die Weiterentwicklung eines nuklearen Programms,

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