Krill auf dem Rückzug

Krill auf dem Rückzug

29-05-18 02:07:00,

Krill-Schwarm. Foto: U.S. National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) / gemeinfrei

  1. Krill auf dem Rückzug

  2. Krill beeinflusst Kohlenstoffkreislauf


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Der Krill bildet in der Arktis den Anfang der Nahrungskette. Wegen Klimawandel, Fischerei und Plastik-Verschmutzung sind die Krill-Vorkommen weltweit bedroht

Das arktische Meereis ist durchsetzt mit winzigen Plastikpartikeln. Zu diesem Schluss kamen Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts (AWI), die in fünf verschiedenen Regionen um den Nordpol mit Hilfe spektrometrischer Verfahren verschiedene Meereisproben untersuchten. Hier fanden sie zum Teil mehr als 12.000 Mikroplastikteilchen pro Liter Meereis. Die Konzentration an Mikroplastik war zwei bis drei Mal höher als in früheren Proben.

In einer Analyse wurden 17 Kunststoffarten identifiziert, darunter Verpackungsmaterialien wie Polyethylen und Polypropylen, Lacke, Nylon sowie Celluloseazetat. Aus Letzterem werden Zigarettenfilter hergestellt. Besonders viel Polyethylen entdeckten sie in den Eisschollen des Kanadischen Beckens, welches mit dem Pazifik verbunden ist. Die Forscher vermuten, dass es sich hierbei um Reste von Verpackungen handelt, die im Nordpazifischen Müllstrudel treiben.

In Eisproben aus den Meeren vor der nordrussischen Arktisküste hingegen fanden sich Lackpartikel von Schiffsanstrichen und Nylonresten. Diese stammen vermutlich von Fischernetzen. Die Funde deuten auf lokale Verschmutzungen durch zunehmenden Schiffsverkehr und Fischfang in der Arktis hin.

Zwei bis elf Jahre lang in diversen Schichten gebunden

Während sie durch die Arktis treiben, nehmen die Eisschollen an Umfang zu, wobei das aufgenommene Plastik zwei bis elf Jahre lang in diversen Schichten gebunden bleibt. In Grönland angekommen, schmelzen die Eisschollen, wobei die Mikroplastikpartikel wieder freigesetzt werden.

Doch woher stammt das restliche Mikroplastik? Einen großen Einfluss hat der Abrieb von Autoreifen, erklärt Meeresbiologin Ilka Peeken im Interview mit der ARD, zum andern werden Kleinstpartikel aus Plastikkleidung mit jedem Waschgang ins Meer gespült.

Besorgt sind die Experten vor allem über den hohen Anteil kleinster Kunststoffteilchen. Mehr als die Hälfte der Partikel habe eine Größe von weniger als einem Zwanzigstel eines Millimeters. Das Mikroplastik wird vor allem von im Meer lebenden Kleinstlebewesen wie Ruderfußkrebsen und Wimperntierchen gefressen, die in der Arktis am Anfang der Nahrungskette stehen.

In einigen Laborstudien wurden bei Muscheln Entzündungen und bei Fischen Verhaltensänderungen nachgewiesen.

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