Polen will permanenten US-Stützpunkt anlocken und bietet 2 Milliarden US-Dollar

29-05-18 06:09:00,

US-Brigade bei Saber Guardian Anfang Juli 2017. Bild: Eucom.mil

Ziel scheint zu sein, mit der “russischen Gefahr” und als Washingtons Partner militärisch und politisch eigenständiger gegenüber der EU zu werden

Gut dass die USA Polen als ihren Verbündeten haben. Polen schickt nicht nur zur Wahrung westlicher Interessen Soldaten in alle Welt und schon vor Jahren den Bau eines Stützpunkts des US-Raketenabwehrschilds ermöglicht (was den Konflikt mit Russland deutlich verschärft hat), sondern die polnischen und amerikanischen Menschen haben, selbst im Kalten Krieg, eine Affinität gepflegt, die eine Art Bollwerk gegen die Sowjetunion darstellte. Insgesamt ist die polnisch-amerikanische Beziehung “außerordentlich stark”, begründet auf “gemeinsame Werte und geteilte Interessen”. Das kann man zu Beginn eines Bewerbungsschreibens der polnischen Regierung an Washington lesen, das seinen Weg in die Öffentlichkeit über Onet gefunden hat.

Die polnische Regierung will zum transatlantischen Zentrum mit einem großen US-Stützpunkt werden und lockt dafür auch mit viel Geld. Der Zeitpunkt ist nicht zufällig kurz vor dem nächsten Nato-Gipfel und vor der Fußballweltmeisterschaft in Russland, für Russland, das weiß man in Polen, ist die Einladung von mehr amerikanischen Truppen eine Provokation. Zudem ist die Zeit nach dem Brexit günstig, sofern er überhaupt vollzogen wird, da damit “Amerikas Pudel” in der EU wegbricht und die Stelle frei wird.

Eine Panzerdvision wüncht Polen

Tatsächlich haben die polnische und die US-Regierung unter Donald Trump manches gemein. Liberalismus wird wirtschaftlich und politisch abgelehnt, man ist nationalistisch, patriotisch, konservativ, autoritär und seitdem auch die Trump-Regierung zunehmend ins Lager der Warner vor der russischen Gefahr übergegangen ist, vereint auch der gemeinsame Feind. Jetzt also will das polnische Verteidigungsministerium Washington überreden, einen “permanenten Stützpunkt” in Polen einzurichten. Die Notwendigkeit einer stärkeren US-Militärpräsenz in Europa sei sowieso klar. Und das liege besonders auch geostrategisch in Polen nahe, vornehmlich um die Suwalki-Lücke zu sichern.

Verwiesen wird einschmeichelnd auf Trumps “bahnbrechende Rede in Warschau” im letzten Jahr, wo dieser davon sprach, dass “es große Bedrohungen für unsere Sicherheit und unsere Lebensweise gibt … Wir uns diesen entgegenstellen … Wir werden gewinnen.” Beim Entgegenstellen, Trump sprach hier nicht explizit von Russland, wollen die Polen dabei sein, schließlich kommt die Bedrohung aus Sicht Polens aus dem Osten.

Eine permanente Präsenz des US-Militärs in Form einer Panzerdivision in Polen sei notwendig,

 » Lees verder