Ukraine: Der Mord an einem russischen Journalisten, der keiner war

Ukraine: Der Mord an einem russischen Journalisten, der keiner war

31-05-18 11:23:00,

Der ukrainische Präsident Poroschenko mit Babchenko, dem SBU-Chef und dem Generalstaatsanwalt. Bild: president.gov.ua/CC BY-SA-4.0

In einer grotesken, bis hinauf zum Präsidenten gefeierten Inszenierung wurde angeblich ein von russischen Geheimdiensten geplanter Terroranschlag verhindert

Die ukrainische Regierung und der Geheimdienst SBU haben mit der vorgetäuschten Ermordung des kremlkritischen russischen Journalisten Arkady Babchenko das Vertrauen verspielt. Am Dienstag war seine Ermordung berichtet worden. Er sei von seiner Frau blutüberströmt in seiner Wohnung gefunden wurden und auf dem Weg ins Krankenhaus im Krankenwagen verstorben. Angeblich sei er, als er vom Brotholen in die Wohnung zurückkehrte, mehrere Male in den Rücken geschossen worden.

Auch Kiews Polizeichef Andriy Kryschenko war mit von der Partie und führte den angeblichen Mord auf Babchenkos “berufliche Tätigkeit” zurück, was natürlich in Richtung Moskau zeigen sollte. Auch ein Bild des vermeintlichen Mörders wurde veröffentlicht. Hinters Licht geführt wurden nicht nur die Frau von Babchenko und die Bürger der Ukraine, sondern auch die Regierungen befreundeter Länder. Besonders beeilte sich der britische Außenminister Johnsohn, selbst maßgeblich an der Inszenierung im Fall Skripal beteiligt, zu kondolieren, nachdem “wieder einmal ein russischer Journalist ermordet wurde”. Auch Bundespräsiden Steinmeier zeigte sich “erschüttert”.

Präsident Petro Poroschenko war offenbar eingeweiht und war sich sicher, dass die Operation gelungen war. Jedenfalls schrieb er: “Ich gratuliere dem SBU. Sie haben eine brillante Operation ausgeführt, um das Leben des russischen Journalisten Arkady Babchenko zu schützen. … Moskau wird kaum nachgeben. Ich habe angeordnet, dass Arkady und seine Familie unter einen 24-Stunden-Schutz gestellt werden.”

Ganz vorne auch wieder Generalstaatsanwalt Yuriy Lutsenko, der Russland für den Krieg und die Organisation von Terroranschlägen in der Ukraine verantwortlich machte: “Wir haben wiederholt russische Spione und Terroristen bei der direkten und indirekten Organisation von Terrorangriffen und Morden in der Ukraine aufgedeckt. Heute können wir sagen, dass wenn früher als Wege nach Rom geführt haben, heute alle Wege des Kriegs und der Terrorangriffe nach Moskau führen. Im Übrigen meinte er gestern, er sei von der Reaktion der meisten ukrainischen Politiker auf die Ermordung enttäuscht.

Gestern stand Babchenko dann wieder auf den Toten und erklärte, die Mordinszenierung sei Teil einer Spezialoperation des Geheimdienstes SBU, um seinen wirklichen Mörder zu finden. Angeblich habe es nämlich ein Mordkomplott gegen ihn gegeben.

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