Die Zeichen stehen auf Sturm – wird die Ukraine die Fußball-WM für eine Großoffensive nutzen? – www.NachDenkSeiten.de

Die Zeichen stehen auf Sturm – wird die Ukraine die Fußball-WM für eine Großoffensive nutzen? – www.NachDenkSeiten.de

08-06-18 11:49:00,

Die Zeichen stehen auf Sturm – wird die Ukraine die Fußball-WM für eine Großoffensive nutzen?

Veröffentlicht in: Erosion der Demokratie, Militäreinsätze/Kriege, Strategien der Meinungsmache

Der Bürgerkrieg in der Ostukraine ist das, was man heutzutage mit dem Euphemismus “eingefrorener Konflikt” bezeichnet. Es vergeht kein Tag, an dem das löchrige Waffenstillstandsabkommen Minsk II nicht mehrfach gebrochen wird und fast täglich vermelden beide Seiten militärische und zivile Opfer. Von einem Krieg unterscheidet sich der Konflikt nur dadurch, dass beide Seiten nicht im großen Stil schwere Waffen einsetzen und keine sogenannten Großoffensiven stattfinden. Genau dies könnte sich jedoch schon bald ändern. Vor wenigen Wochen kündigte der ukrainische Präsident Poroschenko eine militärische Großoffensive im Osten des Landes an. Zynisch betrachtet, böte die Fußball-WM dafür einen optimalen Rahmen. Es wäre nicht das erste Mal, dass Russland während eines sportlichen Großereignisses ins Visier gerät. 2008 überfielen die Georgier am Tag der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele die russische Enklave Südossetien und starteten damit den “Georgienkrieg”. 2014 nutzten die jetzigen Machthaber in Kiew die Olympischen Winterspiele von Sotchi, um die Ukraine von der russischen in die westliche Einflusssphäre zu putschen. Von Jens Berger.

10.000 Todesopfer, 25.000 Verwundete und fast 2,5 Millionen Vertriebene – das ist die bittere Bilanz des Bürgerkrieges in der Ostukraine, der im April 2014 kurz nach der Abschlussfeier in Sotchi begann. Die Großoffensive der ukrainischen Armee, die Seit´ an Seit´ mit rechtsradikalen Freikorps kämpft, kam im Spätsommer des ersten Kriegsjahres zum Stillstand, die folgende Gegenoffensive der Separatisten, die ihrerseits massiv durch ultranationalistische russische Freikorps und wohl auch indirekt durch staatliche russische Stellen unterstützt werden, verlief im kommenden Winter im ostukrainischen Schnee. Seitdem gilt das sogenannte „Waffenstillstandsabkommen“ Minsk II, das jedoch von beiden Seiten geflissentlich ignoriert wird. Alleine im “ruhigen” Jahr 2017 registrierten die eingesetzten Beobachter der OSZE mehr als 400.000 Verstöße gegen das Abkommen, mehr als 4.000 davon betrafen schwere Waffen, also Panzer oder Artilleriehaubitzen, die laut Abkommen hinter eine festgelegte Pufferzone abgezogen werden sollten.

Das Jahr 2018 begann mit einer angekündigten Eskalation. Am 18. Januar verabschiedete die Kiewer Rada mit knapper Mehrheit ein umstrittenes Gesetzespaket, das es dem Präsidenten erlaubt,

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