Singapur: Medienspektakel der Dealmacher

12-06-18 08:43:00,

Die neuen Freund. Bild: Weißes Haus

Donald Trump und Kim Jong-un feiern ihre Erfolge beim historischen Treffen, aber es ist nur ein Beginn, die Abschlusserklärung mit gegenseitigen Verpflichtungen ist wenig aussagekräftig

Für Donald Trump und für Kim Jong-un war das Treffen allein schon aufmerksamkeitsökonomisch Erfolg. Für Trump ist es gerade nach dem desaströsen G7-Gipfel eine Bestätigung, dass er besser einen Deal machen kann als all die “hater und loser”. Schon im Vorfeld jubelte er, die Geiseln seien befreit und das Testen, Entwickeln und Abfeuern von Raketen hätten aufgehört. Zudem feierte gerade “500 Tage amerikanischer Größe” – mit ihm an der Spitze. Kim Jong-un, der kleine Raketenmann und finstere Diktator, der sich kindisch über erfolgreiche Tests und Raketenstarts freut, hingegen wurde vom Pariah zum Staatsmann und kann damit wahrscheinlich auch in Nordkorea seine Macht festigen und das starre System lockern.

Herausgekommen ist außer Bildern, großen Gesten und Mediengetöse nicht viel, zumindest was man bislang erfahren hat. Natürlich war alles “great” und “phantastisch” und natürlich sind nun Donald Trump und Kim Jong-un Freunde geworden. Tatsächlich haben sie wohl mehrere Stunden miteinander gesprochen. Und selbstverständlich war der Gipfel ein voller Erfolg, der “sehr schnell” zur “Denuklearisierung” führen wird.

I feel really great. It’s going to be a great discussion and, I think, tremendous success. I think it’s going to be really successful, and I think we will have a terrific relationship. I have no doubt.

Donald Trump

Für Trump ist Kim “sehr schlau” und ein “sehr harter Verhandler”, also so, wie sich Trump auch versteht. Er will, sagte er nach dem Treffen, Kim nach Washington einladen. Beide beschwörten, wie super das Treffen war. Für Trump, der damit über seine Vorgänger, wohl vor allem über Obama triumphieren will, hat sich das Verhältnis zu Nordkorea entscheidend gegenüber der Vergangenheit verändert. Nach Kim wird die Welt “eine große Veränderung” erleben, beide Seiten hätten beschlossen, “die Vergangenheit hinter sich zu lassen” – wahrscheinlich auch die der gegenseitigen Beschimpfungen.

Bild: Weißes Haus

Unterschrieben habe beide Staatsführer eine Abschlusserklärung, deren Wortlaut noch nicht veröffentlicht wurde, deren Inhalt aber durch Fotos bekannt ist, da Trump sie nach der Unterzeichnung wie eine Trophäe hoch hielt.

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