Die Schlacht um Hodeida – Die letzte Lebensader des Jemen – www.NachDenkSeiten.de

13-06-18 06:45:00,

Die Schlacht um Hodeida – Die letzte Lebensader des Jemen

Veröffentlicht in: Das kritische Tagebuch

Seit mehr als drei Jahren bombardiert eine von Saudi-Arabien geführte Koalition den Jemen mit dem Ziel, die Houthi-Rebellen, die große Teile des Landes kontrollieren, zurückzuschlagen und den illegitimen Exil-Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi zurück an die Macht zu bringen. Mindestens 10.000 Menschen wurden seit März 2015 getötet, darunter über 8.000 Zivilisten, 45.000 weitere verletzt. Die UN spricht von der „schlimmsten humanitären Katastrophe der Welt“, denn neben Panzern und Raketen wird die Bevölkerung von zwei weiteren Geißeln geplagt: Der größten jemals dokumentierten Cholera-Epidemie mit 1,1 Millionen Infizierten, sowie der historischen Hungerkatastrophe mit über 8 Millionen Menschen am Rande des Hungertods. 22 Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen – 75 Prozent der Bevölkerung. Alle zehn Minuten stirbt ein Kind an Hunger oder problemlos vermeidbaren Krankheiten. Von Jakob Reimann.

Doch die aktuellen Ereignisse könnten dieses Elend noch dramatisch verschlimmern: Am Mittwochmorgen begann die Saudi-Koalition eine Großoffensive auf die Stadt Hodeida am Roten Meer, durch deren Hafen drei Viertel aller Hilfslieferungen ins Land kommen. Die UN warnt vor 250.000 Toten.

Die Seeblockade – ein Hafen als Kriegswaffe

Noch vor Aden – dessen weltberühmter Hafen im 19. Jahrhundert der zentrale Umschlagsort des British Empire auf dem Weg in die Kolonien war – ist Hodeida an der Rotmeerküste im Westen des Jemen die mit Abstand wichtigste Hafenstadt des Landes. Vor Kriegsbeginn im März 2015 importierte der Jemen 85 Prozent seiner Medikamente und 90 Prozent seiner Nahrungsmittel aus dem Ausland, wobei 80 Prozent aller Importe über den Hodeida Port abgewickelt werden. Die Saudi-Koalition wusste nur zu gut um die strategische Bedeutung des Hafens und bombardierte diesen bereits im August 2015, wobei die vier Hauptkräne zerstört wurden.

Zur physischen Zerstörung von Infrastruktur kommt eine umfassende Seeblockade, die die Saudi-Koalition mit tatkräftiger Unterstützung der USA seit dem Frühjahr 2015 gegen sämtliche Häfen des Jemen verhängt. Unter dem Vorwand, Waffenlieferungen an die Houthi-Rebellen zu unterbinden, wird ein Großteil ankommender Containerschiffe willkürlich abgewiesen, mit dem Ergebnis, dass innerhalb weniger Wochen der Import in den Jemen um 85 Prozent einbrach;

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