Wegen „Beleidigung“: Uli Gellermann vor Gericht zitiert

13-06-18 02:21:00,

Panorama

15:16 13.06.2018(aktualisiert 15:18 13.06.2018) Zum Kurzlink

Der Journalist Uli Gellermann ist auf Strafantrag der „Süddeutschen Zeitung“ vor ein Münchner Gericht zitiert worden. Ihm wird vorgeworfen, in einem Beitrag auf seiner Webseite „Rationalgalerie“ den Korrespondenten Hubert Wetzel beleidigt zu haben.

Der Journalist und Filmemacher Uli Gellermann hat in einem Beitrag auf seiner Internet-Seite „Rationalgalerie“ dem Korrespondenten Hubert Wetzel tendenziöse und „postfaktische“ Methoden der Berichterstattung vorgeworfen. Wetzel hatte zuvor in der „Süddeutschen Zeitung“ eine Reportage veröffentlicht, in der er Diskussionen und auch Spekulationen über mutmaßliche sexuelle Ausschweifungen des US-Präsidenten Donald Trump wiedergab. Diese Reportage diente als Anlass für Gellermanns polemischen Beitrag, in dem Hubert Wetzel als Beispiel für den Typus des „postfaktischen Arschlochs“ im deutschen Journalismus gegeißelt wird.

In einem weiteren Kommentar auf seiner Internet-Seite „Rationalgalerie“ nimmt Gellermann nun Stellung zum Vorwurf der Beleidigung. Er verweist auf mögliche politische Hintergründe des Prozesses gegen ihn, der für Freitag, den 15. Juni in München anberaumt ist. Und er vergleicht die finanziellen und juristischen Möglichkeiten der „Süddeutschen Zeitung“ mit denen der „Rationalgalerie“. In diesem Zusammenhang ruft Gellermann auch dazu auf, mit Spenden auszuhelfen. Überschüssige Spenden über die anfallenden Prozesskosten hinaus sollen dabei an einen Verein für Obdachlosenhilfe weitergereicht werden.

Artikel von Uli Gellermann: Ein Staat gibt seine Tarnung auf – Der äußere Feind wird immer wichtiger

Seit 2005 betreibt Gellermann die Internet-Seite „Rationalgalerie“, auf der journalistische und satirische Artikel zu Themen der deutschen und internationalen Politik erscheinen. Regelmäßig erscheinen Texte aus der „Rationalgalerie“ auch als Gast-Kommentare bei Sputniknews.

Die 1945 in der US-amerikanischen Besatzungszone in Deutschland gegründete Süddeutsche Zeitung wird aktuell von der „Südwestdeutschen Medien Holding GmbH“ herausgegeben. Mit einer verkauften Auflage von täglich über 300.000 Exemplaren ist sie die zweitgrößte überregionale Tageszeitung in der Bundesrepublik Deutschland.

Zuletzt hatte die „Süddeutsche Zeitung“ im Rechercheverbund mit der ARD Planspiele der Bundeswehr für Chemiewaffeneinsätze aus den 1960er Jahren aufgedeckt. Andererseits beteiligte sich das Blatt an der unkritischen Weitergabe von Falschmeldungen zum Fall Skripal. So kolportierte es am 12. April, der OPCW-Bericht vom gleichen Tag würde die russische Herkunft des Nervengiftes „Nowitschok“ belegen, mit dem Sergej Skripal und seine Tochter Julia Skripal vergiftet worden sein sollen.

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