Schwedens Politiker wollen den Gang in eine bargeldlose Gesellschaft verhindern

15-06-18 06:48:00,

Alte Banknoten. Bild: www.riksbank.se

In vielen Ländern sind bargeldlose Zahlverfahren gestiegen, aber auch die Zirkulation von Bargeld. Schweden nähert sich hingegen rasant dem Verschwinden von Münzen und Scheinen

Das Committee on Payments and Market Infrastructures der BIS (Bank für Internationalen Zahlungsausgleich) konstatierte unlängst in einem Bericht, dass die Verwendung von Geldkarten und deren Zahl zwischen 2000 und 2016 weiter angestiegen ist. Die Geldkarten würden für immer kleinere Zahlungen verwendet. Am meisten benutzt werden sie in Australien, Südkorea, Schweden und den USA, wobei in Russland, Brasilien und Südkorea die kleinsten Zahlungen damit getätigt werden. In Deutschland werden Geldkarten vergleichsweise wenig eingesetzt und die Zahlungshöhe ist am geringsten.

Man sollte also meinen, dass mit steigenden Kartenzahlungen und der Verbreitung von digitalen Währungen die Verwendung von Bargeld zurückgehen müsste. Es ist aber gerade das Gegenteil der Fall. Die Zirkulation von Bargeld hat in den untersuchten 22 Ländern im selben Zeitraum nämlich gleichfalls zugenommen, wenn auch nur um 2 Punkte von 7 auf 9 Prozent des BIP. Hauptgrund sei das Wirtschaftswachstum in den reichen Ländern, es könne aber in den “emerging markets” auch mit der Zahl der verfügbaren Bankautomaten zu tun haben.

Den größten Anstieg verzeichneten Hongkong und Japan. Dagegen ist die Bargeldnachfrage in China um 5 Prozent gesunken. In Schweden beträgt die Bargeldzirkulation nur noch 2 Prozent vom BIP. Island lag 2000 mit 1,2 Prozent weit darunter, Schweden, Norwegen und Dänemark lagen damals bei 3-4 Prozent. Aber die Finanzkrise hat das Misstrauen in den bargeldlosen Zahlungsverkehr offenbar gestärkt und die Bargeldzirkulation ist mit 2,4 Prozent des BIP wieder über die von Schweden und Norwegen gestiegen.

In Deutschland ist Bargeld weiterhin das beliebteste Zahlmittel

In den meisten Ländern ist die Zahl der großen Banknoten – die Schweiz hat mit dem 1000-Franken-Schein diejenige, mit dem höchsten Wert – kontinuierlich gestiegen, was die BIS als Hinweis wertet, dass Bargeld zunehmend als Wertanlage genutzt wird und weniger als Zahlmittel: “Payments are a-changin’ but cash still rules.” In Südkorea und Russland stieg die Zahl der großen Geldscheine, während die der kleinen sank.

Schweden ist wieder eine Ausnahme, da hier seit 2007 die Zahl aller Geldscheine zurückgegangen ist und das Land sich einer bargeldlosen Gesellschaft nähert, was auch schon länger von der Sveriges Riksbank angestrebt wurde,

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