Amerikaner haben Probleme, Meinungen und faktenbasierte Nachrichten zu unterscheiden

24-06-18 07:03:00,

Nach einer Pew-Umfrage werden Nachrichten nach eigener politischer Präferenz klassifiziert und eher diejenigen geglaubt, die sich als faktenbasiert darstellen

Richtig nachvollziehbar ist nicht, warum seit einigen Jahren die Skepsis gegenüber Informationen wächst, die von Behörden, Regierungen und so genannten Mainstreammedien stammen. Erklärt wird dies von den Kritisierten gerne damit, dass die Kritiker, die paradoxerweise mit Donald Trump nicht nur in der Opposition, sondern an der Regierung sind, Desinformationskampagnen zum Opfer gefallen seien. Man müsse sie nur richtig aufklären und mit Faktenfindern konfrontieren, um die Ordnung der Welt wiederherzustellen. Bei dem Narrativ trifft ein Feind auf verführbare, gegen Manipulation nicht geschützte Gehirne. Auch ohne Feind erklären Verlierer etwa bei Wahlen, sie hätten ihre – an sich richtigen und überzeugend Botschaften – nur nicht richtig kommuniziert, weil sie ja sonst angekommen wären.

Wie auch immer, derzeit scheinen konventionelle Vertreter der Wahrheit, die auf Ablehnung stoßen, nun in Überlegungen zu geraten, wie Menschen überhaupt Vertrauen in Informationen und Informationsquellen generieren. Das ist eigentlich eine philosophische Frage, bei der es zwar nicht um Gewissheit geht, aber doch darum, welchen Informationen und Informationsquellen Menschen warum so weit Vertrauen entgegenbringen (können oder sollen), dass sie der Überzeugung sind, einigermaßen richtig informiert zu werden, ohne dies selbst wirklich nachprüfen zu können.

Man kann dem empirisch nachgehen und fragen, wie dies die Menschen faktisch machen. PEW hat mehr als 5000 Amerikaner befragt, um herauszufinden, ob die Menschen unterscheiden können, ob eine Nachricht einen Fakt darstellt (“etwas, das durch objektive Beweise bestätigt oder widerlegt werden kann”) oder eine Meinung ist, “die die Ansichten und Werte von denen reflektiert, die sie äußern”.

Es geht also um eine Überprüfung der Urteilskraft. Aber deren Tiefen oder Untiefen wollte man bei PEW nicht ausloten, sondern befragte nur Menschen, ob sie 5 Aussagen, die sich nach Meinung der Befragten durch einen Faktencheck überprüfen lassen, egal ob sie falsch oder richtig sind (z.B. “President Barack Obama was born in the United States” oder “Immigrants who are in the U.S. illegally have some rights under the Constitution”), von 5 Meinungen unterscheiden können, die sich nicht überprüfen lassen und die auf den Werten oder Überzeugungen derjenigen beruhen, die sie äußern (z.B. “Abortion should be legal in most cases” oder “Immigrants who are in the U.S.

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